Intaktivismus

Tag der "Null-Toleranz gegen Genitalverstümmelung"

Der Einfluss von Beschneidungspraktiken auf die physische und psychische Gesundheit männlicher und weiblicher Betroffener war ein Schwerpunkt der Diskussion eines Symposiums zur "gemitalen Selbstbestimmung", Phimose-Info Deutschland berichtete darüber. Nicht zuletzt stand die Frage im Raum, ob Regierungen, Organisationen und regierungsübergreifenden Institutionen angemessene Schritte vorsehen, um vor allem Kinder vor traditionellen, nichttherapeutischen Eingriffen an ihren Genitalien zu schützen.

„Genital Autonomy“ steht für genitale Selbstbestimmung und damit eigentlich für eine Selbstverständlichkeit. Verankert ist dieses Recht in zahlreichen internationalen Abkommen. In Deutschland sind die Grundrechte auf Achtung der Menschenwürde und der körperlichen Unversehrtheit durch das Grundgesetz garantiert.

Die Realität in großen Teilen der Welt, aber auch in Mitteleuropa und sogar in Deutschland, sieht jedoch anders aus.

Rituelle, religiöse, aber auch kommerzielle Interessen rangieren nicht selten höher als das Recht auf körperliche Unversehrtheit. Betroffen von derartigen massiven Verstößen gegen elementare Grundrechte sind in der Mehrzahl die Schwächsten der Gesellschaft, die Kinder, Jungen ebenso wie Mädchen, denen ohne medizinischen Grund ein Teil ihres völlig gesunden Körpers genommen wird.

Anlässlich des Tags der "Null-Toleranz gegen Genitalverstümmelung" wird Phimose-Info Deutschland ein neues Projekt starten und über die verschiedensten Arten der Genitalverstümmelung informieren.

Mehr dazu auf unserem neuen Themen-Portal Intaktiv-Online.

"Beschneidung gegen HIV": Riskant und Verschwendung von Ressourcen

Siebzehn Organisationen und engagierte Einzelpersonen kritisieren in einer Erklärung die Empfehlung von WHO und UNAIDS vom 28.03.2007, männliche Beschneidung insbesondere im südlichen Afrika zur Eindämmung der HIV/AIDS-Epidemie einzusetzen. Die Erklärung hebt die gravierenden Probleme einer solchen Strategie hervor und stellt strenge Forderungen auf, die bei ihrer Umsetzung eingehalten werden müssen.

Die Effektivität von Beschneidung als HIV-Schutz ist fraglich, da sie nur für heterosexuelle Männer einen partiellen Schutz bietet. Es ist zu befürchten, dass beschnittene Männer sich in falscher Sicherheit wiegen könnten. Programme, die mit Aufklärung und Verhaltensänderung die Epidemie zu bekämpfen versuchen, könnten schwere Rückschläge erleiden. Darunter hätten insbesondere afrikanische Frauen zu leiden, da ihr Infektionsrisiko durch männliche Beschneidung möglicherweise erhöht werde und sie in noch schlechterer Position als zuvor wären, Schutz für sich durch Kondome einzufordern.

Die Erklärung kann im Downloadbereich heruntergeladen werden.

Recht aller Kinder auf intakte Geschlechtsorgane

Wer kennt sie nicht, Madonna, Pop-Ikone der 80er und 90er Jahre und immer noch! Viele von uns sind mit ihrer Musik groß geworden. Doch nun macht sie Schlagzeilen der ganz anderen Art:

Nachdem sie im Oktober 2006 auf etwas ungewöhnliche Weise zu ihrem Adoptivsohn David gelangt ist, plant sie nun dem Vernehmen nach dessen Beschneidung, wobei sie sich auf eine mystische Tradition (Kabbala) beruft.

Dagegen wenden sich amerikanische Beschneidungsgegner der Organisation NOCIRC nun in einer Petition, die bis zum 10. Januar 2007 mindestens 1.000 Unterschriften erbringen soll.

Ihre Argumente, denen sich Phimose-Info Deutschland voll inhaltlich anschließt:

  • Alle Kinder haben das Recht auf intakte Geschlechtsorgane!
  • Beschneidung ist nicht Teil der Kabbala.
  • Keine nationale Gesundheitsorganisation der Welt empfiehlt die routinemäßige Beschneidung.
  • Nur ein volljähriger und ausreichend informierter Erwachsener kann der Amputation eines seiner EIGENEN Körperteile aus kosmetischen (oder anderen nichtmedizinischen) Gründen wirksam zustimmen.
  • Ein chirurgischer Eingriff an den Genitalien eines Kindes ohne zweifelsfrei medizinische Indikation ist unmoralisch und verändert das spätere Sexualleben, ohne dass der Betroffene dem zustimmen oder die Operation ablehnen konnte.

Madonnas Adoptivsohn stammt aus Afrika, auch der leibliche Vater des Jungen wendet sich gegen die Beschneidung, da die Beschneidung weder mit der malawischen Kultur noch Davids christlicher Taufe in Einklang steht.

Wenn auch Sie Ihre Meinung zur Beschneidung des kleinen Jungen sagen möchten, können Sie hier aktiv etwas tun:
http://www.thepetitionsite.com/takeaction/635240482?ltl=1166470850

Mehr über die mystische Tradition der Kabbala:
http://de.wikipedia.org/wiki/Kabbala

Auswertung: Das Recht aller Kinder auf intakte Geschlechtsorgane

Die „Madonna–Petition“ - Ihr Ziel hat sie nicht erreicht – jedenfalls nicht, wenn man die angestrebten 1.000 Unterschriften bis zum 10. Januar 2007 als DAS Ziel versteht.

1.000 Unterschriften, die helfen sollten, Madonna zum Nachdenken zu bewegen und das Recht ihres Adoptivsohnes auf intakte Geschlechtsorgane zu respektieren.

Rückblick:

Nachdem Madonna im Oktober 2006 auf etwas ungewöhnliche Weise zu ihrem Adoptivsohn David gelangt ist, plant sie nun dem Vernehmen nach dessen Beschneidung, wobei sie sich auf eine mystische Tradition (Kabbala) beruft.

Dagegen wandten sich u. a. amerikanische Beschneidungsgegner der Organisation NOCIRC. Ihre Argumente, denen sich Phimose-Info Deutschland voll inhaltlich anschließt: Alle Kinder haben das Recht auf intakte Geschlechtsorgane!Beschneidung ist nicht Teil der Kabbala.

Keine nationale Gesundheitsorganisation der Welt empfiehlt die routinemäßige Beschneidung.Nur ein volljähriger und ausreichend informierter Erwachsener kann der Amputation eines seiner EIGENEN Körperteile aus kosmetischen (oder anderen nichtmedizinischen) Gründen wirksam zustimmen.Ein chirurgischer Eingriff an den Genitalien eines Kindes ohne zweifelsfrei medizinische Indikation ist unmoralisch und verändert das spätere Sexualleben, ohne dass der Betroffene dem zustimmen oder die Operation ablehnen konnte.

Madonnas Adoptivsohn stammt aus Afrika, auch der leibliche Vater des Jungen wendet sich gegen die Beschneidung, da die Beschneidung weder mit der malawischen Kultur noch Davids christlicher Taufe in Einklang steht.Ob sich die Pop-Diva mit den wechselnden religiösen Gefühlen von diesem Aufruf an die Menschlichkeit wird beeindrucken lassen, bleibt abzuwarten.WAS erreicht wurde – und das ist vielleicht mehr wert als Zahlen und Prozente: Die Petition hat gezeigt, welch verheerende Folgen der vermeintlich „kleine und harmlose“ chirurgische Eingriff, genannt Beschneidung oder Zirkumzision, anrichten kann und tagtäglich anrichtet – vor allem dort, wo Jungen immer noch routinemäßig ohne jede medizinische Notwendigkeit an der Vorhaut beschnitten werden, häufig ohne Narkose und manchmal unter katastrophalen hygienischen Bedingungen!

Dass Deutschland als ein Land, in dem zumindest nicht routinemäßig (aber trotzdem viel zu oft) beschnitten wird, den 3. Platz bei der Anzahl der Unterschriften erreichen würde, darf mit Erstaunen zur Kenntnis genommen werden. Hier geht es vor allem immer wieder um völlig übereilte und oft medizinisch unnötige Operationen bei Phimose im Kindesalter.

Offenbar haben immer mehr Kinderärzte aus Deutschland und Österreich eben doch Recht, wenn sie schreiben:

„In Deutschland besteht ein hohes Maß an Unzufriedenheit nach Phimose-Operationen. Ich meine: aus gutem Grund. Denn häufig wird hierzulande zu früh, zu viel und zu "radikal" operiert.“

Dr. Martin Lang, Kinder- und Jugendarzt, Augsburg
Quelle: http://www.kinderwelten.de/cgi-bin/websql?sqlid=75082&fid=2204

Und:

„Auch in Österreich ist die Operation bei Phimose/ Paraphimose mit fast 9.400 Eingriffen pro Jahr wahrscheinlich die häufigste chirurgische Intervention …Zieht man die knapp 40.000 männlichen Geburten pro Jahr in Betracht, so ergibt sich eine Rate von Vorhautoperationen von etwa 7% in den ersten vier und etwa 13% innerhalb der ersten neun Lebensjahre. Diese Zahlen erscheinen als eindeutig zu viel. Trotzdem wird die Indikation meist nur wenig hinterfragt, der Eingriff selbst wird häufig als banale Operation abgetan und dem chirurgischen „Schüler“ überlassen.“

Prim. Univ.-Doz. Dr. Michael Rauchenwald, Vorstand der Abteilung für Urologie und Andrologie, Donauspital, Wien
Quelle: universimed.com

Hier nun einige ins Deutsche übersetze Kommentare Betroffener, die z. T. noch Jahrzehnte nach der vermeintlich „harmlosen“ OP unter deren Folgen zu leiden haben:

Beschnitten und wütend.
(57    Männlich    Kanada)

Beschnitten - und ich werde meine Söhne NICHT beschneiden lassen!!! Es ist eine barbarische Praktik OHNE echten Grund!!! Religion ist der schlimmste "Grund". Es ist Kindesmissbrauch.
(23    Männlich    Kanada)

Ich wurde sexuell verstümmelt (beschnitten). Ich habe mein ganzes Leben an Depressionen gelitten und verleugne meine Eltern.
(0    Männlich    Kanada)

Ich wurde als Erwachsener beschnitten, aber ich bedauere es, weil ich eine Menge Sensitivität verloren habe. Ich habe versucht, meine Vorhaut wieder zu verlängern, weil ich verstanden habe, dass es am besten ist, sie intakt zu haben. Ich empfehle niemandem, die Operation machen zu lassen, an sich oder Kindern!!
(45    Männlich    South Africa)

Intakt. Die Vorhaut ist der sensitivste Teil meines Penis und ich bin sehr froh, dass meine Eltern sie nicht abgeschnitten haben.
(40    Männlich    UK)

Als Hebamme mit 30 Jahren Erfahrung habe ich nicht nur das psychologische, sondern auch das medizinische Trauma der Beschneidung gesehen.
(53    Weiblich    USA)

Meine beiden Söhne sind nicht beschnitten, und auch die Zwillinge, die ich in mir trage, werden es nicht sein. Mein Mann, ein Opfer von routinemäßiger Neugeborenenbeschneidung, fängt jetzt mit der Vorhaut-Restoration an.
(31    Weiblich    USA)

Beschnitten, restorierend. Ich würde meine Kinder NIE beschneiden lassen und versuche immer, mit den Leuten über die extrem negativen Seiten der Beschneidung zu reden. Es ist ein Skandal, dass Kinder beschnitten werden.
(Männlich    USA)

Ich habe es mit meinem Sohn gemacht und es tut mir leid.
(Weiblich    USA)

Ich habe 3 Söhne, 27, 20 und 18 Jahre als – keiner wurde beschnitten und alle sind darüber glücklich.
(55    Weiblich    USA)

Ich arbeite mit Neugeborenen und habe ihre Stimme gehört und weiß, wie sehr sie es genießen, mit ihrem vollständigen Körper zu leben. Jeder zieht bei der Geburt Genuss und Vollständigkeit dem Schmerz vor. Die Vorhaut hat einzigartige Nervenenden, die man nirgendwo sonst im Körper findet.
(63    Weiblich    USA)

Intakte Mutter eines intakten Sohnes und einer intakten Tochter. Mein ältester Sohn ist beschnitten und musste im Januar 2006 operiert werden, um eine Meatusstenose zu beheben (Narbengewebe, dass die Harnröhre überdeckt und verengt). Er konnte nicht richtig urinieren und hat nie verstanden, dass er ein Problem hatte, bis er nach der Operation ohne Blutung, Schmerzen und "zweigeteiltem Strahl" urinieren konnte. Diese Krankheit ist bei beschnittenen Jungen sehr häufig.
(27    Weiblich    USA)

Ich bin Mutter von zwei Söhnen. Mein 19jähriger ist mein biologischer Sohn und mein 8jähriger wurde mit 3 Wochen von mir adoptiert. BEIDE Söhne sind intakt, gesund, und froh darüber, dass sie alle Körperteile haben, mit denen sie geboren wurden.
(48    Weiblich    USA)

Verheiratet mit einem INTAKTEN Mann. Yeah! Ich danke seiner Mutter jeden Tag.
(26    Weiblich    USA)

Selbst – vier Dammschnitte. Zwei Töchter intakt. Ein Sohn beschnitten, einer intakt, weil es mein schlimmstes Erlebnis war, die Beschneidung des ersten zu sehen. Als es einmal begonnen hatte, konnte ich es nicht stoppen.
(50    Weiblich    USA)

Wir sind jüdisch und haben dennoch 3 intakte Söhne.
(Weiblich    USA)

Kurz nach der Geburt beschnitten und ich wünsche mir intensiv, dass es nicht so wäre.
(49    Männlich    USA)

Beschnitten, aber meine Kinder sind es nicht.
(Männlich    USA)

Beschnitten, aber ich restoriere meine Vorhaut.
(45    Männlich    USA)

Beschnitten. Ich bezahle immer noch den Preis für die schlechte Entscheidung meiner Mutter und ihre Weigerung, auf die Weisheit ihrer Mutter zu hören.
(40    Männlich    USA)

Beschnitten. Ich habe ab der Geburt 12 Jahre lang darunter gelitten, dass ich den Schock und den Schmerz meiner frühesten Erinnerung noch einmal durchlebte. Diese Erinnerung ist und bleibt die grausame Folter bei meiner Beschneidung am Tag meiner Geburt. Mein Psychiater versichert mir, dass ich mich nicht bewusst so weit zurückerinnern kann. Aber er versichert mir auch, dass mein Körper sich an das Trauma, den Schmerz und den Schock erinnert.
(40    Männlich    USA)

Einem Baby das anzutun verurteilt ihn zu einem Sexualleben zweiter Klasse, das allmählich abnehmen wird, während ihn seine Lust verlässt.
(64    Männlich    USA)

Aus welchem Grund auch immer ließen mich meine Eltern mit 3 Jahren beschneiden. Als ich in der ersten Klasse meine erste Vorhaut sah, war ich sehr neidisch. Manche Kinder hatten etwas, das ich nicht hatte. Also hasste ich es, beschnitten zu sein. Als unser Sohn geboren wurde, sagte ich "NEIN!", und so hat er, jetzt ein Teenager, seine Vorhaut behalten. In den Elternkursen waren fast alle Jungen beschnitten und ich sah einige verpfuschte Penisse. Eine Menge verpfuschter Penisse. Zu viel Haut abgeschnitten, Hautbrücken, Kerben in der Eichel, Anzeichen von Infektion. Diese Kinder, inklusive mir, müssen damit leben.
(56    Männlich    USA)

Ich habe mit dem Restorieren angefangen. Ich habe meine Beschneidung in der Rückführungstherapie noch einmal durchlebt. Der Schmerz ist vergraben, aber beeinträchtigt einen Menschen das ganze Leben lang auf unterschiedliche, tückische Weise: Untergräbt das Selbstvertrauen und die sexuelle Zuversicht, zerstört Beziehungen, vermindert die Fähigkeit, sexuellen Genuss zu geben und zu empfangen.
(61    Männlich    USA)

Ich bin dabei, meine Vorhaut zu restorieren. Ich konnte nicht glauben, wie viel Sensitivität innerhalb von vier Tagen in meine Eichel zurückkehrte!
(51    Männlich    USA)

Als jüdisches Kind hatte ich eine "Bris" und bin verletzt durch den gewaltsamen Akt, der an mir verübt wurde, als ich ein hilfloses Baby war.
(52    Männlich    USA)

Mir wurde als Baby eine Menge Vorhaut abgeschnitten und habe sogar heute noch schmerzhafte Erektionen. Der Arzt hatte keine Ahnung, wie viel er abschneiden sollte.
(21    Männlich    USA)

Ich wurde als Kind gegen meinen Willen beschnitten, in Einklang mit der jüdischen Tradition, und habe deswegen großes körperliches und seelisches Trauma durchgemacht. Ich habe meinen Eltern nie verziehen, dass sie mir das Recht auf einen vollständig funktionierenden Penis genommen haben, und hege Wut auf meine Familie und die Religion, die mir das für den Rest meines Lebens angetan hat.
(20    Männlich    USA)

Ich wurde als Baby beschnitten und habe unter sehr schmerzhaften Erektionen gelitten, weil die Haut so gespannt war. Es ist tragisch, dass so viele es nicht abwarten können, ihren Söhnen das anzutun, als ob ein natürlicher, unveränderter Penis etwas verabscheuungswürdiges ist und einen Eingriff des Notarztes erfordert, als wäre es ein Herzinfarkt.
(56    Männlich    USA)

Ich wurde vor 50 Jahren im Alter von 6 Jahren beschnitten. Die Reibung an meiner Kleidung irritiert mich immer noch und macht körperliche Aktivität schmerzhaft. Ein häufiges Problem ist auch ein verzögerter Orgasmus. Ich fange mit Vorhaut-Restoration an.
(56    Männlich    USA)

Ich wurde genitalverstümmelt und bin sauer, dass mir der lustempfindlichste Teil meines Körpers ohne meine Erlaubnis weggenommen wurde.
(28    Männlich    USA)

Ich wurde als Baby von einem Mohel straff beschnitten. Ich restoriere. Meine Beschneidung hat mir schwere unterschwellige sexuelle und emotionale Funktionsunfähigkeit verursacht.
(62    Männlich    USA)

Ich bin beschnitten und habe mit 40 Jahren Probleme mit dem Orgasmus bekommen. Ich habe mich über Vorhautrestoration informiert und habe einen Teil des Gefühls in meinem Penis zurück gewonnen, aber ich wünschte, dass ich nie beschnitten worden wäre.
(Männlich    USA)

Restoriert. Nicht annähernd so gut wie das Original. Spezialisierte Nervenenden können nicht regenerieren. Beschneidung, Vorhautamputation, ist eines dieser Dinge, die, sind sie einmal geschehen, nie rückgängig gemacht werden können.
(42    Männlich    USA)

„Ein Freund von mir ließ seinen Sohn beschneiden. Es war das erste Mal, dass ich das grausame Resultat der massiven Verstümmelung sah.“
(42, weiblich, Deutschland)

Zahlen und Fakten

Die Petition an Madonna hatte zum Stichtag am 10.1.2007 564 auswertbare Unterschriften aus 30 Ländern. 37 davon stammten aus Deutschland; plus je 2 weitere aus Österreich und der Schweiz sowie aus Spanien mit eindeutig deutschen Namen, also insgesamt 43 deutschsprachige Unterschriften.

33 (77%) der deutschsprachigen Unterschriften kamen, nachdem die Information über die Petition auf Phimose-Info Deutschland gestellt wurde. :-)

Die Länder-Rangliste wird angeführt von den USA mit 73%. Danach folgen Kanada mit 8,3%, Deutschland mit 6,5%, UK mit 2,3% und Australien mit 1,4%. Damit reiht sich Deutschland ganz vorne mitten unter die Länder ein, in denen routinemäßige Neugeborenenbeschneidung praktiziert wird/wurde und die daher bereits eine sehr viel längere und intensivere Geschichte von Beschneidungskritik haben.

Es überwiegen Unterschriften aus Ländern, wo Neugeborene routinemäßig beschnitten wurden oder werden (87% zu 13%). Es gibt keine Unterschriften aus Ländern mit religiöser Beschneidungstradition (muslimische Länder, Israel), aber einige Unterschriften von nordamerikanischen Juden. Überraschenderweise über-wiegen die Unterschriften von Frauen mit 63% gegenüber 37% Männern. Aus Deutschland allerdings überwiegen die männlichen Unterschriften mit 25 zu 12. Ansonsten gibt es nur in Österreich, Belgien, Italien, Jamaika, Südafrika und Spanien ein Männer-übergewicht. Die Dominanz der Frauen kommt vor allem durch die Länder zustande, die Säuglinge beschneiden (65% Frauen, 35% Männer), während in Ländern ohne solche "Tradition" das Geschlechterverhältnis etwa ausgeglichen ist (48% Frauen, 52% Männer). Das liegt vermutlich daran, dass in ersteren Ländern insbesondere Mütter mit den unmittelbaren Auswirkungen der Beschneidung konfrontiert sind bzw. ihre Babys davor schützen wollen. Es überwiegt die Altersgruppe der 30-40jährigen (26%). Dabei sind die Frauen tendenziell jünger (20-30, gefolgt von 30-40, zusammen 55%) als die Männer (50-60, aber nur knapp vor den 30-40 und 40-50jährigen, zusammen 69%). Auch dies spricht dafür, dass bei den Frauen vor allem junge Mütter betroffen und Gegnerinnen sind. Bei den Männern könnte es ein Hinweis darauf sein, dass die negativen Folgen einer in der Kindheit vorgenommenen Beschneidung vor allem in der zweiten Lebenshälfte wahrgenommen werden und dann zur Ablehnung von Beschneidung führen.

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