Studie bestätigt: Beschneidung reduziert Sexualempfinden

Die Erkenntnis, dass eine vollständige Beschneidung der Vorhaut unter Umständen eine gravierende Beeinträchtigung des sexuellen Empfindens nach sich ziehen kann, ist alles andere als neu.

Zwar leiden nicht alle beschnittenen Jungen und Männer darunter, doch 13 Monate Phimose-Info Deutschland haben gezeigt, dass es sich keineswegs um Einzelfälle handelt!

Anstatt aufzuklären und Beschneidungen zumindest dort zu vermeiden, wo es medizinisch möglich und vertretbar wäre, wird in Deutschland und Österreich fleißig weiter beschnitten, ganz nach dem Motto:

„Das haben wir doch schon immer so gemacht!“

Um vor allem Eltern zu beruhigen, spielt man die Problematik herunter oder verschweigt sie ganz:

„Keine Negativ-Folgen … Die Eltern müssen sich … keine Sorgen machen: Das Entfernen der Vorhaut wird keinen Einfluss auf die künftige Sexualität des kleinen Mannes haben.“
http://www.sf.tv/sf1/puls/merkblatt.php?docid=20060918_4

Diese ebenso abenteuerliche wie falsche Behauptung hat sich offenbar in den Text eines Merkblattes „verirrt“, welches das Schweizer Fernsehen ins Netz gestellt hat, das man ansonsten aber durchaus als vorbildlich bezeichnen darf.

Keine Negativfolgen - genau dieser Unsinn wird Eltern allerorten erzählt, wenn es um das Thema Phimose geht.

Doch damit ist nun hoffentlich Schluss!

Eine Studie, in Auftrag gegeben von der Organisation NOCIRC und veröffentlicht in der April-Ausgabe 2007 des renommierten „British Journal of Urology International“ beweist zweifelsfrei:

Intakte (nicht beschnittene) Männer genießen im Vergleich zu beschnittenen Männern eine bis zu viermal höhere Sensitivität für Berührungsreize am Penis!

Mit anderen Worten:

Der beschnittene Penis ist DEUTLICH weniger empfindsam für leichte Berührung, als der unbeschnittene Penis.

Die Wissenschaftler untersuchten die Sensitivität für leichte Berührungen an 17 Stellen des intakten Penis und an den verbleibenden 9 Stellen des beschnittenen Penis plus zwei Stellen an der Beschneidungsnarbe.

Die Ergebnisse überraschten das Forscherteam, wie  der Arzt und leitende Wissenschaftler Morris Sorrells sagte:

"Die  sensitivste Stelle des Penis ist die Vorhautöffnung. Die Ergebnisse  bestätigen, dass das Frenulum und das gefurchte Band der inneren Vorhaut hocherogene Strukturen sind, die bei einer Beschneidung  routinemäßig entfernt werden, wodurch nur noch ein Viertel der ursprünglichen Sensitivität für leichte Berührungen verbleibt." Fünf Stellen des intakten Penis – die alle durch Beschneidung entfernt werden – sind sensitiver als die empfindsamste Stelle, die der beschnittene Penis noch besitzt! Auch die Eichel des beschnittenen Penis ist weniger empfindsam für leichte Berührung als die Eichel des intakten Penis. Beschneidung trennt mehr von der männlichen Sensitivität ab, als üblicherweise in allen zehn Fingerspitzen vorliegt.

Der forschende Kinderarzt und Statistiker Robert Van Howe sagte:

"Seltsamerweise ist die empfindsamste Stelle am  beschnittenen Penis die Beschneidungsnarbe selbst."

Aus der aktuellen Studie folgt nichts mehr und nichts weniger, als die Tatsache, dass eine Beschneidung im Sinne einer vollständigen Entfernung der Vorhaut die für Berührungen empfindlichsten Teile des Penis (erogene Zonen) zerstört bzw. entfernt.

Wenn DAS kein Grund ist, der körperlichen Unversehrtheit und vor allem der Natürlichkeit von Jungen und Männern auch und gerade im Genitalbereich mehr Beachtung und Verantwortung zu schenken, dann werden der medizinische, vor allem aber der ethische Fortschritt auf diesem Gebiet wohl auch weiterhin am „Land der Ideen“ vorüber gehen...

„Ärztliche Verordnungen werde ich treffen zum Nutzen der Kranken nach meiner Fähigkeit und meinem Urteil, hüten aber werde ich mich davor, sie zum Schaden und in unrechter Weise anzuwenden.
(Aus dem Eid des Hippokrates)

Während man bei Operationen an anderen sensitiven Strukturen des menschlichen Körpers oder gar an den Sinnesorganen (z. B. Augen, Ohren, Nase) das komplette Repertoire der modernen Medizin auffährt, um eben diese wichtigen Funktionen unseres Körpers zu erhalten oder wiederherzustellen, nimmt man im Falle eine Beschneidung bewusst in Kauf, dass sensitives Gewebe zerstört und die Wahrnehmungsfähigkeit gravierend beeinträchtigt wird.

Für ein solches Handeln,  zumal an einem minderjährigen Patienten, der keine eigene Zustimmung geben kann, gäbe es nur eine einzige Rechtfertigung, nämlich die, dass im Falle einer Unterlassung der OP Gefahr für Leib und Leben des Betroffenen bestünde und dass dieser Gefahr auf andere Weise nicht begegnet werden kann. Dies aber ist z. B. bei einer Phimose eben nicht der Fall.

Es geht anders – man muss nur wollen!

Quelle:
Morris L. Sorrells, James L. Snyder, Mark D. Reiss, Christopher Eden, Marilyn F. Milos, Norma Wilcox, Robert S. Van Howe: Fine-touch pressure thresholds in the adult penis. BJU International, Volume 99, Issue 4, S. 864-869, April 2007.

Eine englische Kurzfassung kann hier abgerufen werden:

http://www.blackwell-synergy.com/doi/abs/10.1111/j.1464-410X.2006.06685.x

Der vollständige Artikel in englischer Sprache ist hier erhältlich:

http://www.doctorsopposingcircumcision.org/pdf/sorrells_2007.pdf Der Text verwendet Auszüge aus der NOCIRC-Presseerklärung zur Sensitivitätsstudie, mit freundlicher Genehmigung von Marilyn Milos, NOCIRC, sowie der Pressemitteilung der International Coalition for Genital Integrity ICGI, http://www.prweb.com/releases/2007/3/prweb512999.htm ).

Werbung



Ähnliche Meldungen

Intaktivismus - 30 Dezember 2006, 17.07
Recht aller Kinder auf intakte Geschlechtsorgane
Wer kennt sie nicht, Madonna, Pop-Ikone der 80er und 90er Jahre und immer noch! Viele von uns sind mit ihrer Musik groß geworden. Doch nun macht sie Schlagzeilen der ganz anderen Art: Nachdem sie im Oktober 2006 auf etwas ...
1256 mal gelesen

Suchmaschinen

Zuletzt bei Google gefunden mit: beschnittener penis - studie penisgröße teilnehmen - beschneidungsnarbe entfernen - phimose merkblatt - nach beschneidung weniger empfinden beim sex - penis beschneidung - beschneidung studie - "van Howe" Kinderarzt

Buch-Tipps

Soziale Netzwerke