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Seite 4 von 7 Bedeutung für die IndustrieländerDie afrikanischen Studien wurden in HIV-"Hot Spots" durchgeführt, wo die Infektionsraten in der Bevölkerung hoch sind und der wichtigste Übertragungspfad der heterosexuelle Geschlechtsverkehr ist. Sie sind nicht relevant für Industrieländer wie die USA, wo die Infektionsraten niedrig sind und homosexueller Analverkehr sowie gemeinsame Verwendung von Nadeln bei Drogenmissbrauch die dominierenden Übertragungspfade sind.36 Beschneidung von KindernDie drei RCTs können nicht herangezogen werden, um nicht-therapeutische Beschneidung von Kindern zu rechtfertigen. Kinder haben keinen Geschlechtsverkehr und können somit nicht auf sexuellen Übertragungspfaden mit HIV infiziert werden. Sie sind jedoch gefährdet, verschiedene Beschneidungskomplikationen zu erleiden, inklusive Infektionen mit Krankheitserregern über die offene Beschneidungswunde, z.B. dem tödlichen CA-MRSA.37,38 Weitere Risiken sind schwere Blutungen, Verbluten und Tod,39 verschiedene chirurgische Fehler, z.B. Harnröhrenfisteln,40 Häutung des Penis,41 und Amputation der Eichel.42 Bis die heutigen Neugeborenen sexuell aktiv werden, wird vermutlich eine Impfung gegen HIV verfügbar sein. Daher ist Beschneidung von Kindern heute, um eine zukünftige HIV-Infektion zu verhindern, kontraindiziert. Die hohe Kindersterblichkeit in den afrikanischen Ländern, die von der HIV-Epidemie am schwersten betroffen sind, führt dazu, dass viele Kinder sterben werden, bevor sie sexuell aktiv werden. Dies würde den Schutzeffekt von Säuglingsbeschneidung weiter verringern. Die Zeit, der Aufwand und das Geld sollten besser in Gesundheitsmaßnahmen investiert werden, die ihr Leben und das ihrer Eltern erhält.
Da sie noch nicht mündig sind, können Kinder keine Zustimmung zu einer Operation geben. Dadurch ist jede nicht-therapeutische Beschneidung eines Kindes eine Menschenrechtsverletzung43 und ethisch unangebracht.44
DiskussionEffektive Methoden, um HIV-Infektionen zu verringern, sind unter anderem Aufklärung und Verhaltensänderung.45 Abstinenz vor der Ehe und Treue in der Ehe [sowie Verwendung von Kondomen, Anm. d. Übers.] bieten für Mann und Frau den größten Schutz vor einer Ansteckung mit HIV/AIDS. Männer, die beschnitten wurden, können sich für immun gegen HIV halten und davon ausgehen, dass sie kein Risiko für ihre Partnerinnen darstellen. Das ist jedoch nicht der Fall. Beschnittene Männer können sich immer noch mit HIV infizieren und ihre nächste Partnerin damit anstecken. Die in den Studien berichtete Komplikationsrate von 1,7 Prozent erscheint unrealistisch niedrig. Williams & Kapila schätzten die Häufigkeit von Komplikationen auf 2-10 Prozent.21 In der Erhebung von Kim & Pang berichteten nach einer Beschneidung 48 Prozent der Männer von verringerter Lust bei der Masturbation, 63 Prozent berichteten von erhöhten Schwierigkeiten bei der Masturbation und 20 Prozent empfanden eine Verschlechterung ihres Sexuallebens.32 Die Autoren der RCTs propagieren seit langem Beschneidung.46,47 Van Howe und Kollegen argumentieren, dass ihre wahre Motivation die Einführung von universaler männlicher Beschneidung ist. Als Instrument für das Erreichen dieses Ziels verwenden sie die Angst vor HIV.46 [Anm. d. Übers: U.a. zwecks Rechtfertigung der eigenen Beschneidung, siehe unter "Schlussfolgerung".]
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