Die gegenwärtige Standardtherapie der operativen Phimosebehandlung beim Kind ist die Zirkumzision. Die Vorteile der Zirkumzision bestehen in der relativ geringen Komplikationsrate, der schnellen und damit ökonomischen Durchführung und der geringen Rezidivraten. Bei der Zirkumzision wird allerdings die einengende Vorhaut lebenslang entfernt, was sowohl optische als auch funktionelle Beeinträchtigungen zur Folge haben kann. Diese Dissertation vergleicht die Zirkumzision mit der Triple Inzision, eine vorhauterhaltende operative Therapiemöglichkeit zur operativen Phimosebehandlung. Das Ziel der Studie war es herauszufinden, ob die Triple Inzision eine sinnvolle Alternative zur Zirkumzision und deren hohem Standard bei der operativen Phimosetherapie darstellt. Hierbei wurde ein Fragebogen an die Eltern, der an einer dieser Operationstechnik operierten Kinder, versandt. Der Fragebogen beinhaltet Aspekte zur Analgesie, Wundheilung, Alltagseinschränkung sowie zu Nachoperationen, Beurteilung des kosmetischen Ergebnis und weiteren Merkmalen aus dem postoperative Verlauf. Es konnte gezeigt werden, dass die Jungen, die durch eine Triple Inzision operiert wurden, statistisch signifikant über kürzere Zeit Schmerzen erleiden mussten als die Jungen, die durch eine Zirkumzision operiert wurden. Ebenfalls waren die vorhauterweiterten Jungen in ihrem Alltag, insbesondere beim Laufen und beim Anziehen von Unterwäsche, weniger eingeschränkt als die zirkumzidierten Kinder. Die Gesamtbeurteilung der jeweiligen Operation am Ende des Fragebogens ergab ebenfalls einen statistisch signifikanten Unterschied. Insgesamt waren die Eltern der vorhauterweiterten Kinder mit mehr ‚sehr gut’ Beurteilungen zufriedener als die Eltern zirkumzidierter Kinder. Wir können nach Beendigung dieser Studie mit Sicherheit sagen, dass die Triple Inzision bei der operativen Phimosebehandlung eine sinnvolle Alternative darstellt. Auch bei der ökonomisch wichtigen Operationsdauer gibt es keinen signifikanten Unterschied zwischen beiden Operationsmethoden. Das Ergebnis unserer Untersuchung konvergiert mit den bisher veröffentlichten Daten zur Triple Inzision und auch mit der überwiegenden Zahl an Veröffentlichungen zur medizinisch indizierten Zirkumzision. Die Analysen sind mit dieser Arbeit nicht beendet. Sicherlich sollten prospektive, vergleichende Untersuchungen unsere Ergebnisse bestätigen. Jedoch lässt sich abschließend mit Sicherheit noch einmal feststellen, dass mit der Triple Inzision ein sinnvolles und sicheres Verfahren zur operativen Therapie bei Phimose gefunden wurde, und dass in Zukunft Eltern und Patienten nach individuellem Ästhetikempfinden entscheiden werden, welche Operationsmethode für sie die Richtige ist. Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg Fakultät für Klinische Medizin Mannheim Dissertations-Kurzfassung
Autor: Johannes Terhardt Institut / Klinik: Urologische Klinik Doktorvater: Prof. Dr. P. Alken
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