Suchen

Geschlechterübergreifende Initiative gegen Beschneidung in England gegründet

Die britische Organisation NORM-UK, eine Organisation, die über negative Folgen männliche Beschneidung aufklärt, und ImageFORWARD, eine Organisation, die sich seit 1983 gegen weibliche Genitalverstümmelung engagiert, werden sich am 4. September im Rahmen des Symposiums "Genital Integrity 2008" zusammenschließen, um den Startschuss für eine neue Initiative zu geben, die für das Recht aller Männer und Frauen wirbt, "Nein" zu unnötigen Eingriffen an ihren Genitalien zu sagen.

Phimose-Info Deutschland wird diese Initiative unterstützen.

Angesichts der Befürwortung von männlicher Beschneidung als eine Maßnahme zur Reduktion des HIV-Infektionsrisikos in Afrika durch die bedeutende World Health Organisation (WHO) will die Initiative das Gleichgewicht wieder herstellen. Die Öffentlichkeit soll darauf aufmerksam gemacht werden, dass die Beweislage für die Auswirkungen der Beschneidung sehr widersprüchlich ist und dass die Beweislage für ihren Wert in der HIV-Prävention verwirrend ist.

Die Initiative will zudem Werbung für das grundlegende Konzept der freien Entscheidung nach umfassender Information in der medizinischen Behandlung (informed consent) machen.

"Kleine Kinder einer schmerzhaften, nachteiligen und entwürdigenden Beschneidung zu unterziehen in der Bemühung, HIV-Infektionen durch
sexuelle Kontakte zu verhindern, ist nicht nur durch und durch unethisch, sondern auch eine irrsinnige Geldverschwendung. Diese Jungen werden noch viele Jahre lang nicht sexuell aktiv sein, und bis dahin könnten profund bewiesene und zuverlässigere Präventionsstrategien verfügbar sein," sagt John Warren, Vorsitzender von NORM-UK. Weiter sagte er, Jungen müsse es selbst überlassen bleiben, eine Wahl zu treffen wenn sie alt genug seien um die Zusammenhänge und Folgen vollständig zu verstehen.

"Als das Thema weibliche Genitalverstümmelung noch heikel und stark politisiert war, spielte FORWARD eine führende Rolle dabei, das Thema auf die internationale Agenda zu bringen und die Mauern des Schweigens niederzureißen," sagt Naana Otoo-Oyortey, Trägerin des britischen Ritterordens und geschäftsführende Direktorin von FORWARD. Es sei Zeit, anzuerkennen, dass das Recht auf genitale Selbstbestimmung allen Kindern zustehe, unabhängig von ihrer Rasse, ihrer Kultur und ihrem Geschlecht. Ein weiterer Referent des Symposiums, der Kinderbeauftragte von Tasmanien (Australien) Paul Mason äußerte, unnötige Eingriffe an den Genitalien seien bei Säuglingen billiger und einfacher durchzuführen, jeder Mißbrauch sei bei Säuglingen einfacher als bei Erwachsenen, man müsse die Kinder selbst entscheiden lassen, wenn sie alt genug sind, selbst eine Entscheidung zu treffen.

Die Pressemitteilung zu diesem Thema ist hier abrufbar.


 
weiter >
 


Porträts Und Landschaften | Abendmode | Staubsauger | Bosch Waschmaschine | Outlook Backup