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Ärztin wegen Behandlungsfehler nach Phimose-OP zu Haftstrafe verurteilt
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Ärztin wegen Behandlungsfehler nach Phimose-OP zu Haftstrafe verurteilt
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Am 21. April 2008 begann vor dem Amtsgericht Hamburg-Wandsbek der Prozess gegen Petra O., jene Ärztin, die dem damals 4jährigen Franjo W. am 7. August 2006 eine tödliche Glukoseinfusion verabreicht hatte. Mit dem Verfahren begann für Franjos Mutter Jessica eine Zeit, in der sie den Tod ihres Sohnes zum zweiten Mal erleben sollte – diesmal rekonstruiert an Hand von Gerichtsakten, Gutachten und Zeugenaussagen.

In der Presseberichterstattung nach dem Tod des Jungen war immer wieder von Arbeitsüberlastung des medizinischen Personals, von einem tragischen Versehen der Ärztin und von einer Routine-OP die Rede. 

Die ganze Wahrheit ist viel schlimmer - und eigentlich unerträglich.

Was sich an den drei Prozesstagen seit April 2008 herausstellte, übertrifft alles, was man sich vorstellen kann. Es übertrifft bei weitem das, was Jessica W. bereits Ende 2006 auf Franjos Gedenkseite im Internet veröffentlicht hat UND es wirft ein bezeichnendes Licht auf die Zustände im deutschen Gesundheitswesen. Wir blicken in einen Abgrund der Eitelkeiten, einer geradezu krankhaften Hierarchie.

Franjo starb NICHT, weil eine Ärztin im Klinikstress vergessen hatte, eine Infusion rechtzeitig abzustellen. Franjo hätte auch NACH dieser unverzeihlichen Fehlleistung noch gerettet werden können.

Franjo starb, weil die gehobene Stellung von Petra O., die Peinlichkeit, einen Fehler vor einer einfachen Krankenschwester zuzugeben, stärker waren als das Verantwortungsgefühl für das Leben eines Kindes, stärker als der Ruf der medizinischen Notwendigkeit und der Vernunft. 

Es war die real vorhandene Angst einer Frau, ihr Gesicht zu verlieren, die zum Tode eines Kindes führte und DAS sollte dem gesamten Berufsstand ernsthaft zu Denken geben!

Und das ist er dann wohl, der „Egotrip“, von dem ein Gerichtsmediziner schon am ersten Prozesstag vor dem Hamburger Gericht sprach.

Das alles ändert nichts an der Schuld von Petra O. Es gibt keine Entschuldigung und kein Verzeihen für das, was passiert ist und was sie zu verantworten hat. Niemand kann Jessica W. ihr Kind zurück geben. 

Franjos Mama wollte alles richtig machen – sie war um das Wohl ihres Sohnes besorgt. Obwohl ihr ein Kinderarzt einige Monate zuvor gesagt hatte, Franjos Phimose (Verengung der Penisvorhaut) sei nicht behandlungsbedürftig, ließ sie den Jungen sicherheitshalber noch von einem weiteren Arzt untersuchen. Der riet zur OP und so kam es zu jenen verhängnisvollen Ereignissen, die schließlich zum Tod des Jungen führten. 



 
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