Sonntag 30 April 2017
Mittwoch, 22 Januar 2014 00:00

Kinderkanal will missionieren und verharmlost rituelle Beschneidung

Artikel bewerten
(0 Stimmen)
Der 11jährige Tahsin wird bei dem Ritual festgehalten Der 11jährige Tahsin wird bei dem Ritual festgehalten Bild: KIKA - Kinderkanal von ARD & ZDF

Der Kinderkanal KIKA, der von ARD und ZDF gemeinsam betrieben wird, ist bereits in der Vergangenheit aufgefallen, weil er Kindern unreflektiert religiöse Geschichten erzählt. Jetzt aber kam es zu einem deutlich geschmackloseren Missgriff: Der Sender, zu dessen Zielgruppe nur Kinder und Jugendliche zählen, verharmlost in einer Folge der Reihe Meine Welt brutale Beschneidungsrituale.

Es ist zwar verständlich, dass sich die Redaktuere des KIKA dafür entschieden haben, den eigentlichen Eingriff nicht zu zeigen, ähnlich lückenhaft kam allerdings zur Sprache, dass der operative Eingriff unter unsterilen Bedingungen auf dem Wohnzimmertisch durchgeführt wurde. Auch der Junge selbst äußerte sich selbst zu dem Eingriff nur unter er anhaltenden Wirkung der verabreichten Betäubungsmittel und konnte somit nicht den den erst später spürbar werdenden Schmerzen und den körperlichen Veränderungen berichten. Beim Zuschauer musste somit geradezu zwangsläufig der falsche Eindruck bestehen, eine Beschneidung bestünde aus einem völlig schmerzfreien Eingriff, der für den Betroffenen keine weiteren Folgen hat, ihn aber erst zu einem richtigen Mann mache. Die Macher dieses Werkes wären besser beraten gewesen, die Zuschauer in die Lage zu versetzen, sich selbst ein Bild von den physischen und psychischen Folgen des Eingriffes machen zu können, denn der 11jährige Junge wurde, was in dem Film nicht richtig erkennbar war, seinen Verwandten nackt vorgeführt, wobei ihm recht deutlich eingeschärft wurde, er dürfe nicht weinen. Völlig unklar blieb auch, wie der Junge den Anblick seines blutigen Penis in der Folge überhaupt verarbeitet hat, klar war nur, dass er nicht wusste, was auf ihn zukommen wird.

Auch andere Medien, etwa der Kölner Express berichten über die Kritik an dem Sender, die unter anderem von dem Verein intaktiv e.V. – eine Stimme für genitale Selbstbestimmung geäußert wurde.

Letzte Änderung am Sonntag, 03 August 2014 12:16

Werbung

Linkpartner

PAGERANK TOOLS

Suchmaschinen