Samstag 24 Juni 2017
Donnerstag, 15 Januar 2015 00:00

Verdacht auf Abrechnungsbetrug bei Beschneidungen

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Verdacht auf Abrechnungsbetrug in 6stelliger Höhe Verdacht auf Abrechnungsbetrug in 6stelliger Höhe Quelle: Harry Hautumm / pixelio.de

Der NDR ist einem Verdacht nachgegangen, wonach 28 Arztpraxen in Niedersachen und Rheinland-Pfalz Zirkumzisionen (Beschneidungen) mit den gesetzlichen Krankenkassen abgerechnet haben, obwohl die Voraussetzungen hierfür nicht vorliegen.

Voraussetzung für die Abrechnung mit den Krankenkassen ist, dass der Eingriff medizinisch notwendig ist und dies in der Patientendokumentation durch Fotos oder Gewebeproben belegt ist. Dieser Dokumentationspflicht sollen 10 Arztpraxen in Niedersachsen und 18 weitere in Rheinland-Pfalz nicht nachgekommen sein. Die Ärzte hätten die Operationen somit nicht über die kassenärztliche Vereinigung abrechnen dürfen. Auch die Durchführung der Dokumentation selbst ist Bestandteil der gezahlten Vergütung, die jedoch nur "ganz oder gar nicht" abgerechnet werden darf. Gezahlte Honorare in einer Größenordnung von etwa 650.000 Euro werden daher jetzt zurückgefordert.

Derzeit gehen nach Recherchen des NDR die Kassenärztlichen Vereinigungen Nordrhein, Saarland und Schleswig-Holstein ebenfalls dem Verdacht nach, dass Operationen zuunrecht abgerechnet wurden.

Dem ersten Verdachtsfall ist nachgegangen, als eine Anästhesisten aus Kiel die Kassenärztlichen Vereinigungen auf einen Fall aufmerksam gemacht hatten, in denen die Entfernung der VOrhaut eines Jungen zweimal abgerechnet und von der Krankenkasse auch zweimal vergütet wurde. Eine tatsächliche medizinische Notwendigkeit zur Entfernung der Vorhaut besteht nur in seltenen Fällen, trotzdem gilt der Eingriff als "Routineoperation".

Letzte Änderung am Donnerstag, 15 Januar 2015 11:44

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