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Allgemeines Forum Vorhautverengung

Triple Inzision - Ergebnisbericht

Das allgemeine Forum rund ums Thema Vorhautverengung und die Webseite phimose-info.de

Moderatoren: Das Etwas, Stardust, Markus M., admin

von Apical » Sonntag 8. August 2010, 11:41

Habe das Problem offenbar jetzt gelöst.

Ich habe eine Triple Inzision bekommen,
gegen den erklärten Widerstand fast aller Ärzte,
mit denen ich zu tun hatte.
Das teilweise haarsträubende Verhalten einiger
Ärzte (niedergelassener Chirurgen und Urologen)
auf meine Fragen nach einer solchen Behandlung
hab ich ja schon in einem früheren Thread beschrieben.

Immerhin gab mir der letzte Arzt, bevor er mich
quasi rauswarf noch den nützlichen Tip,
es lieber mal in einer Klinik zu versuchen.

Man muß wohl eine Klinik mit urologischer
kinderchirugischer Abteilung suchen,
weil die Triple Inzision in Ärztekreisen als
nur für Kinder geeignet betrachtet wird.
Ich fand schließlich so eine Klinik.

Das Vorgespräch in dieser Klinik verlief geradezu ideal.
Mir wurde gesagt, daß man selbstverständlich eine
Triple Inzision auch bei einem Erwachsenen machen könnte,
wenngleich das Rückfall Risiko dagegenspräche.
Meine Vorhaut war durch wiederholte Einrisse schon
deutlich vernarbt.
Auf meine Frage, wie hoch das Risiko für einen Rückfall
wäre, bekam ich die Antwort ca 30 Prozent.
Na so ein Risiko kann man doch eingehen, sagte ich,
und es wurde ein OP Termin gemacht.

Als ich dann tatsächlich in den OP gerufen wurde,
umringten mich erstmal alle Ärzte.
Der vom Vorgespräch war nicht dabei.
Sie rieten mir unbedingt doch noch zur Circumzision,
weil das doch sowieso die bessere Alternative wäre.
Ich sollte ihnen ein Papier unterschreiben,
das ihnen das Recht einräumte während der Operation
je nach Befund und OHNE Rücksprache
auf die Circumzison umzusteigen.

Das wollte ich aber nicht.

Es war erkennbar, daß es zuallererst
um juristische Bedenken ging. Die Ärzte berieten sich,
und kamen zu dem Schluß,
daß eine Umstimmung in letzter Minute
sowieso vor Gericht nicht wasserdicht wäre,
weil die gesetzlich geforderte Bedenkzeit
nicht eingehalten wäre.
Es ist heutzutage sicher nicht leicht, Arzt zu sein,
wenn man für jede Form der Hilfeleistung
erstmal abchecken muß,
auf welche Weise man dafür verklagt werden kann.

Wenn ich die Summe meiner Erfahrungen mit Ärzten
und meinem Ansinnen auf eine Triple Inzision überdenke,
dann drängt sich die Vermutung auf,
daß der ganze Widerstand der weis(s)en Zunft
auf der Angst vor ungünstigen Prozessausgängen beruht.
Offenbar leben wir längst in einer Zeit,
in der Juristen über die bestmögliche
medizinische Versorgung bestimmen.

Aber dann hatte ich doch noch Glück
Die Ärztegruppe um mich kam auf eine neuen Idee,
um die Sache doch noch in ein gerichts-beständiges
Format zu bringen setzten sie einen neuen Schrieb auf.
Ich mußte mit Unterschrift bestätigen,
daß sie mich gewarnt hatten,
und daß ich unbelehrbar geblieben bin,
und daher an meinem schlimmen Schicksal selbst schuld.

Ok,
sie hatten etwas professionellere Worte reingeschrieben,
aber ungefähr das war wohl der beabsichtige Sinn.
Sie waren von jeder Schuld durch meine Unterschrift
freigestellt, und würden den OP nach getaner Sache
mit weisser, maximal etwas blutbesudelter,
Weste verlassen können.

Ich unterschrieb.

Das allgemeine Aufatmen um mich
war fast körperlich zu spüren.
Wo vorher noch bedenkliche Minen waren,
kam jetzt fröhliche Aktivität in Gang.

Ich beschreibe mal den Verlauf der OP.
Zuerst wurde mal ein Sichtschutz angebracht.
Ich durfte nicht sehen,
was im Operationsgebiet geschah.
Ist vermutlich auch besser so.

Es wurde rasiert, fotografiert, desinfiziert
und dann lokal betäubt.
Diese Betäubungsspritze war dann auch
das einzige wirklich schmerzhafte an der ganzen Sache.
Es brennt ein paar Sekunden ziemlich arg,
wenn das Mittel eingespritzt wird.
Ich würde dennoch jederzeit diese Spritze
einer Narkose vorziehen,
wegen des geringeren Restrisikos.

Die OP hat dann, ich schätze mal,
eine Dreiviertelstunde gedauert.
Es waren lernende Ärzte dabei,
denen diese Form des Eingriffs erklärt wurde.
Bezeichnenderweise wurden dabei weniger die
technischen Details,
als vielmehr die Triple Inzision an sich erklärt.
So wurde ihnen zB gesagt,
daß man jetzt längs schneidet und quer vernäht.

Den Neulingen war also vorher NICHT bekannt,
was eine Triple Inzison überhaupt ist.
Das lässt nun leider gar nicht darauf schließen,
daß man in Zukunft leichter einen Arzt
für diesen Eingriff finden wird.

Während des Eingriffs hatte ein Teil der Leute Feierabend
und andere traten an deren Stelle. Die Putzfrau
kam kurz herein und erschrak und ging wieder.
Das nur nebenbei. Ich möchte keinesfalls den Eindruck
erwecken, daß ich mit dem Prozedere unzufrieden war,
denn letztlich haben sie es gut gemacht.

Nur eine Sache hätten sie sich schenken können.
Als sie fertig waren konnte eine Ärztin sich
nicht verkneifen mir noch zu sagen,
daß der Eingriff leider wohl mißlungen ist,
wie sie es ja eh vorhergesagt hatten.
Wegen der Vernarbungen der Haut
könnte es nicht richtig zusammenwachsen,
Selbstverständlich könnte ich mich wieder an sie wenden,
wenn ich dann doch noch die Circumzision benötige.

Dann sagte man mir, daß ich eine halbe Stunde
auf dem Gang warten sollte, bevor ich nach Hause gehe,
um etwaige Blutungen zu kontrollieren.
Auch sollte ich in dieser Zeit probeweise Wasser lassen,
um etwaige Probleme auszuräumen.
Da saß ich dann mit meiner "mißlungenen OP"

Ich hatte keine Blutungen. Das Wasserlassen hab ich
gelassen, weil ich mir den Verband sicher völlig
eingenässt hätte.
Ein Arzt schaute nochmal kurz drauf,
und dann durfte ich heim.

Ich bin dann selbst heimgefahren.
Das war gar kein Problem. Es tat nichts weh.
Auch als die Betäubung allmählich aufhörte
tat nichts weh.
Damit hatte ich so gar nicht gerechnet.

Zuhause hab ich dann den Verband entfernt,
und das gute Stück zum ersten Mal gesehen.
Es sah gelinde gesagt wüst aus.
Schnitte - Nähte - Zacken - Blut
und die Vorhaut zentimeterdick geschwollen.

Wasserlassen ging dann problemlos senkrecht nach unten.
Ich wollte eigentlich nicht, daß die Wundränder
nass würden. Aber später wurde mir klar,
daß auch der Urin nicht in den Wunden brennt.
Es hat während der ganzen Heilung
nichts ernsthaft weh getan.
Nach drei Tagen hab ich wieder gearbeitet,
aber ich hätte es auch noch schneller tun können.

Schon beim Vorgespräch zur OP hatte man mir empfohlen
genug Verbandsmaterial bereitzuhalten.
Ich hatte daher die bekannte Dexpanthenol Salbe
aber mit dem antiseptischen Zusatz Hexidin vorrätig,
Kompressen und jede Menge Pflaster.
Ich hab ganz viel davon verbraucht.

Beim Vorgepräch wurde ich instruiert,
daß nach ein paar Tagen erste Weitungsübungen
erforderlich wären. Das klingt ja auch logisch.
Nur rissen dabei die Wunden sofort wieder auf.
Ich hab es dann gelassen.
Schließlich war meine OP ja sowieso mißlungen,
so daß es darauf wohl nicht mehr ankam.
Möglichweise war das der Grund,
daß es dann doch noch so glücklich verheilt ist.

Ich will nicht unterschlagen, daß die Heilungsphase
ziemlich belastend war - psychisch.
Es sah ja die ganze Zeit
wirklich reichlich mißlungen aus.

Aber dann kam der Tag - spät, aber dennoch kam er -
daß alle Schwellungen zurückgingen,
und alle Blutungen verheilt waren,
und da war das Ergebnis so,
wie man es sich wünschen möchte.
Eigentlich fast so,
wie vor dem ganzen Verengungs Problem.
Nur die Öffnung ist nicht mehr ganz rund,
aber das ist mir nun wirklich nicht wichtig.
Und die vernarbte Haut ist
entgegen aller ärztlicher Erwartung
eben doch angewachsen.

Jetzt ist ein halbes Jahr seit der OP vergangen
und die Sache mit der Verengung liegt weit hinter mir.

Vielleicht hat es etwas damit zu tun,
daß ich seit dieser Zeit für eine gute Ernährung mit
essentiellen Fettsäuren gesorgt habe.
Täglich etwas DHA, EPA und nicht zu vergessen
Gamma-Linolensäure.
Das ist nur eine Vermutung.
Aber vielleicht war der Mangel an
diesen Stoffen der eigentliche Grund für die Verengung ?
Ich werde es wohl niemals wissen.
Apical
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von Markus M. » Sonntag 8. August 2010, 16:10

Was für ein Bericht!

Zuerst mal: Danke dafür!

Irgendwie habe ich selbst auch schon lange den Verdacht, dass man in Deutschland dem Arzt am besten selbst sagt, was man hat (Diagnose) und was man für eine Behandlung (Therapie) möchte - und möglichst sollte man sich dann auch noch selbst operieren. OK, das ist etwas übertrieben, aber auch nicht ganz unrealistisch.

Nun, wenn man eine TI noch nie gemacht hat oder Angst davor hat, durchaus auch vor juristischen Konsequenzen, dann wird man natürlich versuchen, die Finger davon zu lassen und - ein Schelm, wer Böses dabei denkt - die schöne einfache Beschneidung empfehlen. DIE ist zwar vergleichbar mit den sprichwörtlichen Kanonen, mit denen man auf Spatzen schießt (Beschneidung hinterlässt immerhin ein Schlachtfeld, das nie wieder so verheilt, wie es die Natur vorgesehen hat), aber abschneiden ist nun mal leichter als kurieren. Dazu ein paar Argumente aus der Mottenkiste oder dem religiösen Gruselkabinett und schon glaubt Mama dran.

Ja, TI geht auch bei Erwachsenen und auch dann, wenn lokale Vernarbungen vorhanden sind. Narbengewebe ist zwar anders strukturiert und dehnt sich auch kaum, aber natürlich wachsen auch Narben wieder zusammen – und so lange keine Narbe entsteht, die rund um den Penis reicht kann auch keine erneute Verengung auftreten, weil das dazwischen liegende gesunde Gewebe diese Dehnung mit übernimmt. Anders ist es z. B. bei der Teilbeschneidung, bei der ein Teil der Vorhaut rundum abgeschnitten wird. Vernarbt dieser Wundrand, kommt es zu einer neuen Verengung. Um das zu vermeiden, muss nach einer Teilbeschneidung möglichst bald damit begonnen werden, die Vorhaut zurück zu ziehen und an den größten Durchmesser der Eichel zu gewöhnen. Wozu diese „Übung“ nach einer Triple Inzision gut sein soll entzieht sich meiner Kenntnis – hier weitet ja die OP selbst die Vorhaut oder anders gesagt: Die OP entscheidet darüber, ob die Haut später weit genug ist oder nicht – die Weitung erfolgt ja während der OP und erst danach wird genäht, der durch Weitung erreichte Zustand also sozusagen fixiert.

Keine Angst! Vorhauterhaltende Operationen werden kommen, spätestens dann, wenn den Kassen klar wird, welche Summen sie jährlich für medizinischen Unfug verballern – und nichts anderes ist eine Beschneidung im 21. Jahrhundert (Ausnahmen z. B. bei Diabetes bestätigen die Regel). Außerdem werden die Patienten immer selbstbewusster und das ist auch gut so. Effekt: Man wird viel öfter zunächst Methoden wählen, die einerseits weniger belastend für den Patienten sind (besonders für Kinder) und die zudem noch um ein Vielfaches preiswerter sind. Salben haben sich vor allem bei Kindern längst bewährt und helfen in mehr als ¾ aller Fälle einer behandlungsbedürftigen Phimose! Trotzdem wird munter weiter beschnitten und Eltern bekommen z. T. haarsträubende „Begründungen“ zu hören. Die Phimose-OP ist der mit Abstand häufigste chirurgische Eingriff bei Jungen – meist ohne wirkliche Notwendigkeit, einfach so. Man kassiert und lässt die Jungen mit den Folgen, die gar nicht so selten sind, allein.

Aber zurück zu Deiner OP.

Neulinge, na ja, die müssen ja auch was lernen – und hier lernen sie wenigstens etwas Vernünftiges. Solange sie nicht „probehalber“ mal selbst operieren …

Die Putzfrau kommt mal eben in den sterilen OP?

Das ist heftig!

Oder ist sie vielleicht nur im Nebenjob Putzfrau und operiert sonst selbst? Na ja, wenn kaum noch Beschneidungen anfallen, weil Jungen und Männer sich das nicht mehr einfach gefallen lassen muss man (Frau) sich nach anderen Einnahmequellen umschauen, aber Putzfrau … ? Na ja, kleiner Scherz.

Nimm Dir mal ein altes Stück Schlauch, schneide längs drei Schnitte rein und zieh diese Schnitte auseinander. Und dann beobachte mal den Querschnitt am Ende des Schlauches, also die gedachte Vorhautöffnung. Das Gewebe wird dort, wo die Schnitte gesetzt und geweitet werden, etwas nach hinten gezogen – irgendwoher muss die fehlende Weite ja kommen. Die veränderte Vorhautöffnung ist also ganz OK und kaum zu vermeiden, ist aber ganz sicher besser als gar keine Vorhaut mehr zu haben. Vor allem bei kleineren Jungen ist diese OP ideal, sofern nicht schon Salbe reicht, weil sie meist über genügend Gewebe (Vorhautrüssel) verfügen, so dass es dort mitunter gar nicht auffällt. Damit wären wir wieder bei den Folgen der OP – wo ein Junge keine Veränderung an seinem besten Stück sieht, braucht er sich auch nicht zu schämen oder sich schwere Gedanken zu machen, weil das dort anders aussieht. Er behält seine Vorhaut und muss niemals darüber nachdenken, ob seine Eichel später mal sensibel bleibt oder er vielleicht doch Schwierigkeiten bekommt, über die er sich dann nicht zu reden traut. All dies kann man Jungen und Männern ersparen – und Geld noch dazu, aber man tut es nicht. Du selbst hast gesehen wie schwer es ist, eine OP zu bekommen, die Rücksicht auf die Befindlichkeiten des Patienten und evtl. spätere Komplikationen nimmt.

In einer Zeit, in der es überall nur um Kohle geht kann man beschneidungswütige Mediziner m. E. nur zur Vernunft bringen, wenn man ihnen ans Geld geht (Klagen) oder wenn man den Kassen klar machen kann, dass sie nicht nur unnötige OP’s bezahlen, sondern dadurch sogar strafrechtlich relevante Handlungen unterstützen, wenn sie z. B. eben nicht ihre med. Dienste in die Spur schicken, um derlei Scharlatanerie zu unterbinden bzw. aufzudecken.

Auch die Ärztekammern wären hier gefordert, denn neben der straf- oder zivilrechtlichen Seite gibt es immer auch eine berufsrechtliche – und die kann durchaus schmerzhaft sein …

Zu den Ernährungstipps sage ich jetzt mal nichts; das ist nicht mein Gebiet.

Nochmals vioelen Dank für den Bericht. Vielleicht kannst Du ja irgendwann mal wieder schreiben, welch fürchterliche Folgen die misslungene OP noch hatte. Ich kenne einen Mann, der hatte nach dieser OP links nur noch einen Arm …

Viele Grüße!

Markus
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von mrphimo » Dienstag 17. August 2010, 18:59

Also wenn ich das so lese, bin ioh doch froh, dass ich es erst mit dem dehnen ausprobiert habe. Nach ca. 2 Monaten bin ich jetzt fast komplett "geheilt" und habe die ganzen Strapazen nicht hinter mir.

Wer nicht allzu faul ist sollte es vielleicht erst mit dem Dehnen probieren, keine OPs, keine Narben, keine Schmerzen, keine Blutungen. Der Einzige Nachteil ist halt, das es einige Monate dauert.

Ich bin kein Feind der TI, im Gegenteil, wenn das Dehnen bei mir nicht so gut funktionieren würde, wäre das auch mein nächster Schritt. Ich empfehle es aber erst mal "manuell" zu versuchen.

Dennoch herzlichen Glückwunsch zu deiner Heilung! :)


Mr Phimo
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