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Allgemeines Forum Vorhautverengung

Norwegen: Breite Forderungen nach Beschneidungsverbot

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von SAMIR » Montag 14. Mai 2012, 05:43

In Norwegen bewegt der Tod eines 2 Wochen alten Säuglings, der an den Folgen einer Beschneidung verstarb, die Gemüter. Forderungen nach einem Verbot werden wieder laut, selbst unter den Parteien im norwegischen Parlament.
Jenny Klinge, ihres Zeichens immerhin Justizpolitische Sprecherin der an der Regierungskoalition beteiligten Zentrumspartei hat sich für ein Verbot der Jungenbeschneidung ausgesprochen.

Bemerkenswert ist, dass sämtliche medizinische Instanzen – vom Norwegischen Ärztebund bis hin zur Medizinischen Fakultät der Universität von Oslo – einheitlich ein Verbot der (nicht medizinisch-indizierten) Beschneidung von Jungen fordern.

Im folgenden ein aus dem Norwegischen übersetzter Artikel der norwegischen Tagesszeitung Aftenposten:

Junge nach Beschneidung in Oslo gestorben

Ein zwei Wochen alter Junge starb an Komplikationen zwei Tage nachdem er durch einen Arzt in Oslo beschnitten worden war. Die Beschneidung fand in einer Arztpraxis im Osloer Osten statt, und sowohl die Polizei und der Bezirksarzt in Oslo ermitteln nun in dieser Sache, schreibt der Aftenposten.
Der Junge war am vergangenen Sonntag beschnitten worden und starb zwei Tage später. Bezirksarzt Peter Schou bestätigt, dass das Kind an den Komplikationen seiner Beschneidung verstarb.

- Wir haben zwei ungenannte Ärzte unter formale Aufsicht gestellt, sagte Schou.
Ihm zufolge hat es bereits mehrere Untersuchungen von Arztpraxen gegeben, die alle mit Beschneidungen zu tun hatten.


Beschwerden sind selten

- Diese Fälle sind sehr schwer zu untersuchen, weil die Patienten sich nur selten über die Beschneidung beklagen, aber wir haben ernsthafte Besorgnismeldungen aus Krankenhäusern, in denen diese Kinder später behandelt worden sind, erklärte er gegenüber dem Aftenposten.

Jedes Jahr werden schätzungsweise 2000 Jungen in Norwegen beschnitten, viele von ihnen im privaten Rahmen und ohne fachliche Kontrolle.

Das Gesundheitsministerium erwägt nun strengere Gesetze, um die Beschneidung sicherer zu machen, aber sowohl innerhalb der Regierung als auch der Koalitionsparteien, ist man sich hinsichtlich der Beschneidung von Jungen uneins. Einige wollen ein Verbot, während andere den Eingriff im öffentlichen Gesundheitssystem anbieten wollen. Ein Gesetzentwurf war vor kurzem im Umlauf, und viele wünschen sich ein Verbot oder eine Altersgrenze.


Verbot oder Altersgrenze

Gewichtigere Gesundheitskörperschaften sind der Ansicht, dass die Beschneidung von männlichen Kindern verboten werden sollte. Sowohl der Ärztebund, die Krankenpflegervereinigung, der Kinder-Ombudsmann, der Norwegische Humanistenverband, das Ressurssenteret for menn und die Medizinische Fakultät der Universität Oslo wollen ein Verbot.

Kinder-Ombudsmann Reidar Hjermann wünscht sich eine Debatte über ein Mindestalter, glaubt aber, dass rituelle Beschneidung für Kinder unter 15-16 Jahren verboten werden sollte-

Die Justizpolitische Sprecherin der Zentrumspartei, Jenny Klinge, erklärte, dass rituelle Beschneidung von Jungen im Einklang mit der Beschneidung von Mädchen verboten werden sollte.


Quelle:
Tine dommerud: Spebarn døde etter omskjæring. Aftenposten May 11, 2012.
SAMIR
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