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Phimose OP vermeiden?

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Phimose OP vermeiden?

Beitragvon Zuckerwatte999 » Samstag 17. März 2012, 04:27

Ich habe jetzt zufällig diese Forum gefunden und nur durchs "herumsöbern" werden meine Zweifel nur bestärkt :-(. War heute mit meinem Sohn 5 Jahre bei einem Kinderchirurgen weil er eine Phimose hat. Er hat einen "Rüssel" und einen vorne einen Schnürring, die Öffnung ist wirklich sehr, sehr eng. Ich habe gleich wegen einer Teilbeschneidung oder Dehnung nachgefragt und das wurde sofort abgeschmettert >:( . Er müßte komplett beschnitten werden und das widerstrebt mir so sehr. Wasserlassen kann er ohne Probleme mit festem Strahl! Er hat keine Entzündungen oder Schmerzen am Penis. Ich möchte ihm diese OP nicht zumuten, er wird Schmerzen haben und jede Narkose ist ein Risiko. Was kann ich tun? Soll ich mir mein Kinderarzt eine Hormonsalbe verschreiben lassen? Oder wird sich das alles irgendwann selbst regeln? Möchte mir aber auch nicht in ein paar Jahren Vorwürfe machen, nicht alles probiert zu haben. Ich denke eine Beschneidung ist für einen Jungen ein ganz sensibler Eingriff und ich möchte ihm das ersparen.
Dankeschön fürs lesen....
LG Zuckerwatte
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Re: Phimose OP vermeiden?

Beitragvon jonathan.f » Samstag 17. März 2012, 11:34

Ich denke dass in Fällen wo die Phimose keine Komplikationen (z.B. Paraphimose, Schmerzen) verursacht der Grundsatz lautet: Ruhe bewahren und Alternativen prüfen.

Hatte denn Ihr Sohn bisher überhaupt Komplikationen in Verbindung mit der Phimose? Wurde die Phimose durch Zufall entdeckt, warum die Überweisung zum Chirurgen? Hatte der Kinderarzt schon einmal eine Behandlung der Phimose vorgenommen?

An Ihrer stelle würde ich das Problem noch einmal mit dem Kinderarzt besprechen, und evtl. in Ruhe einen guten Kinderurulogen aufsuchen, der mehr durchführt als nur Komplett-Beschneidungen.

Manche Ärzte behaupten immer wieder gerne, dass eine Phimose-OP noch vor dem Schuleintritt stattfinden sollte. Ich halte dies, sofern keine schwerwiegende Komplikation (z.B. Paraphimose) vorliegt, für unsinnig. Medizinisch betrachtet könnte ein Junge genauso gut auch mit 9 Jahren beschnitten werden, falls keine andere Behandlungsalternative besteht. Die Psychische Belastung einer solchen OP ist mit 5 oder 6 Jahren bestimmt nicht niedriger als mit 9 oder 10 Jahren.

Als Eltern steht man leider in solchen Dingen immer vor einer Schwierigen Entscheidung, auch vermeintlich richtige Entscheidungen können sich später als falsch herausstellen. Solange man aber im wohl des Kindes entschieden hat, denke ich dass man sich keine Vorwürfe machen muss.

Aus diesem Grund finde ich es auch sehr gut, dass Sie sich hier angemeldet haben um weitere Informationen zu erhalten.

Ich denke, dass andere Mitglieder des Forums sich auch noch zu den möglichen Behandlungsalternativen äußern (ich kenne mich da leider nicht ganz so gut aus).
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Re: Phimose OP vermeiden?

Beitragvon Das Etwas » Samstag 17. März 2012, 12:09

Guten Morgen,

hach, wieso kommt mir Ihre Schilderung des Chirurgentermin's nur so tierisch bekannt vor...? Vielleicht weil sich das bei meinem Sohn damals so +/- 10 mal wiederholt hat? ::)
Als ich die ersten Zeilen Ihres Postings las, war mir schon klar, dass auch dieses Gespräch so ausgefallen sein muss...

Nun zu Ihrem Sohn:

Sie schreiben selbst, Ihr Sohn hat absolut keinerlei Probleme mit seinem Penis so wie er ist. Dies allein sagt eigentlich alles aus was es "dagegen" zu tun gibt: NICHTS.
Warum ein Körperteil behandeln, welches seinen Dienst vollkommen einwandfrei tut, schmerzfrei ist usw.?
Natürlich, immer wieder liest man die Schauergeschichten, die Jungs würden in ihrer Pubertät Probleme mit der Vorhautverengung bekommen, könnten so keinen Sex genießen, würden Schmerzen haben oder bekommen usw.
Machen Sie an all diese Schilderungen erst einmal einen großen Haken.
Denn in den allermeisten Fällen erledigt sich eine solche Geschichte in der Zeit bis zur Pubertät von ganz alleine. Bei einem 5-Jährigen ist eine enge, nicht zurückziehbare Vorhaut völlig normal, ohne dass da jemand was dran behandeln müsste. Die Vorhaut löst und weitet sich, sofern sie nicht vorher durch massives Zurückziehen oder Entzündungen vernarbt ist, durch einen hormonell gesteuerten Prozess weitgehend von allein. Dieser setzt aber erst im späten Grundschulalter überhaupt erst ein, so dass alles vorher nur gewaltsam oder mittels Hilfsmittel (Salben) funktionieren kann - was es ja aber gar nicht muss.

Wenn Ihr Sohn also keinerlei Probleme hat, dann vergessen Sie den Gedanken an IRGENDEINE Behandlung großzügig für noch mindestens die nächsten 5 Jahre. Denn so lange hat die Natur mal noch MINDESTENS Zeit. Wenn es dann wirklich noch genauso aussieht wie jetzt und es Ihren Sohn stört, kann man DANN drüber nachdenken, ob man mittels einer Corticoid-haltigen Salbe + gezielter Dehnung nachhelfen möchte, wobei dahingehend einfach mal gesagt werden muss, dass die Jungs in dem Alter ihr bestes Stück ohnehin als neues Spielzeug entdecken und einer evtl. vorhandenen Vorhautproblematik dadurch dann meist "den Rest" geben und somit ohnehin nur noch ein Bruchteil der Kinder überhaupt da irgendwas noch haben.

Und selbst WENN die Vorhaut dann noch eng ist, heißt das noch lange nicht, dass Ihr Sohn dadurch beeinträchtigt ist. Eine Phimose ist kein Todesurteil, auch kein Urteil für Abstinenz, mangelndes Sexualleben oder sonstiges. Zigtausend Männer leben damit, haben damit Kinder und sind glücklich, weil es sie nicht stört. Es wird nur seitens der Ärzte daraus ein tierisches Drama gemacht und so getan, als müsste das am besten schon wenn die Kinder auf der Welt sind direkt funktionieren wie beim Erwachsenen. Quatsch!

Lehnen Sie sich tatsächlich ganz entspannt zurück. Ihr Sohn ist, aus dem was Sie schreiben, in keinster Weise krank und braucht keine Behandlung. Es ist alles OK und alles so wie es sein soll. Lassen Sie sich da bitte um Gottes Willen nicht verrückt machen.
Natürlich sind Sie weiterhin hier herzlich willkommen und wir werden uns all Ihrer Fragen annehmen, die Sie noch haben.


Einstweilen alles Gute.
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Re: Phimose OP vermeiden?

Beitragvon Zuckerwatte999 » Samstag 17. März 2012, 13:07

Er hatte mit 2j. eine Entzündung, das war einmalig und davor und danach ist er beschwerdefrei! Die Phimose war kein zufallsbefund und ich arbeite selbst im medizinischen Beruf und hab das schon recht früh bei ihm bemerkt. War für mich bisher nicht besorgniserregend, bin der Meinung alles braucht seine Zeit und das die Vorhaut eine wichtige Funktion hat! Mich erschreckt einfach, dass so schnell zu einer OP geraten wird bzw. gar keine Alternativen angeboten werden.
LG ;-)
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Re: Phimose OP vermeiden?

Beitragvon Das Etwas » Samstag 17. März 2012, 13:19

Ja, die Herren Ärzte sind leider sehr schnell mit dem Skalpell dabei - gerade wenn's um diesen Bereich geht. Da scheint eine OP geradezu ein Klacks zu sein, so wie bei Erkältung die heiße Zitrone...
Dass wir hier nicht nur von einem operativen Eingriff (d. h. Anästhesie, Risikoabklärung und -vorbereitung usw.) reden, sondern obendrein noch von einer tiefgreifenden (weil optisch und wahrnehmbbaren) Veränderung am wohl intimsten, persönlichsten und am sensibelsten empfundenen Körperteil eines Menschen reden, scheint dabei mal komplett unter zu gehen, nur weil eine entsprechende Lobby existiert, die sich auf jahrtausende alte Traditionen stützt und mit diesen Scheuklappen bis heute lustig munter genau das praktiziert. HURRA!
Wenn man sich, so wie wir hier, gezwungenermaßen die Mühe macht und der ganzen Thematik auf den Grund geht und Recherchen noch und nöcher anstellt, dann glauben Sie mir, dann brauchen Sie mitunter einen sehr starken Magen für das, was sie da alles zu lesen bekommen. Und wenn man diesen Hintergrund kennt und sich dann vor Augen ruft, dass man dabei ist, sein eigenes Kind vor diesem Hintergrund genau der selben Behandlung zuzuführen (freilich aus anderen - medzinischen - Motiven, aber seitens der Ärzte ist die Fehlausbildung in diesem Bereich bis heute die gleiche geblieben), dann erschreckt es einen und man sucht mit ALLEN MITTELN nach Alternativen und bei genauer Betrachtung erscheint einem ALLES geeigneter, als sein Kind einer solchen OP zuzuführen.
So jedenfalls war es bei meinem Sohn damals im Alter von 8 Jahren, als diese Thematik aktuell wurde. Und die Vermeidung der OP war mit/bei ihm bei weitem nicht immer einfach und mit Aufwand verbunden. Aber heute kann ich guten Gewissens damit leben dass er mir dafür dankt, dass er noch "vollständig" ist.
Und mit genau dem Gedanken sollten Sie selbst Ihre Gedanken ob OP oder nicht großzügig begraben.

Und mal ganz offen gesprochen:
WENN er selbst im Erwachsenenalter feststellt, dass er die Vorhaut doch lieber ab haben möchte, so kann er das selbst entscheiden und machen lassen.
Aber das der OP vorausgehende Wissen, es muss sein, ist mit Sicherheit angenehmer zu ertragen als das nachträgliche NICHT-Wissen (Zweifel), ob es tatsächlich HÄTTE sein müssen.
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