Sonntag 30 April 2017
Samstag, 17 Januar 2015 00:00

Der Roman

Wir schreiben das Jahr 1984. Nach schulischen Problemen und einem gescheiterten „Fluchtversuch“ von zu Hause wird Manuel in ein Internat gesteckt. Die medizinische Aufnahmeuntersuchung dort konzentriert sich seltsamerweise vor allem auf die Genitalien des Jungen und hat mit Achtung der Intimsphäre, Rücksichtnahme und Einfühlsamkeit nichts zu tun. Die Anstaltsärztin diagnostiziert eine Vorhautverengung - peinlich für einen pubertierenden 13jährigen! Doch es soll noch schlimmer kommen:

Manuel hatte bislang noch nie Probleme im Schritt und fühlt sich auch nicht krank. Schmerzen hat er erst jetzt, nach dem brutalen Zurückreißen der Vorhaut durch die Ärztin. Umso heftiger trifft ihn die Ankündigung, ihn umgehend zur Beschneidung ins Krankenhaus zu überweisen.

Nach anfänglichem Aufbegehren fügt sich Manuel in sein Schicksal.

In der nahegelegenen Klinik, in der Jungen offenbar gleich reihenweise beschnitten werden, wird Manuel „von seiner Vorhaut befreit“, wie die Ärztin es ausgedrückt hatte.

Und tatsächlich scheinen sich die Krankenschwestern auf der kinderurologischen Station als „Missionarinnen im Schritt kleiner und großer Jungen“ zu verstehen – Perversion im weißen Kittel. Parallelen zu der in weiten Teilen der USA nach wie vor üblichen Routinebeschneidung neugeborener Jungen sind unübersehbar.

Ein Instinkt sagt Manuel, dass ihm und den anderen Jungen auf der Station Unrecht geschehen ist. Der Verdacht, bestraft worden zu sein, ergreift Besitz von Manuels Denken und Fühlen, das sich von nun an mehr und mehr darum dreht, das „Brandzeichen“ vor anderen geheim zu halten.

Wenig später werden dem Teenager ungeahnte Folgen der Operation bewusst: Mit der Vorhaut wurde ihm auch ein erheblicher Teil seiner gerade erst erwachenden sexuellen Erlebnisfähigkeit genommen. Nun versteht er die zynische Häme, mit der eine Schwester die Station als „vorhautfrei“ an ihre Ablösung übergeben hat.

Manuel verbrüdert sich mit David, einem ebenfalls beschnittenen Jungen aus dem Internat. Für das permanente Streben, ihren „Makel“ vor anderen zu verbergen, zahlen die Beiden einen hohen Preis.
Sie werden zu Außenseitern und bekommen neben Hohn und Spott nun auch noch massive körperliche und psychische Demütigungen und Erniedrigungen zu spüren. Nur ein Zufall rettet die beiden vor einer regelrechten Vergewaltigung.

Manuel und David erleben sich in der Rolle des Opfers ebenso wie in der des sexuellen Exoten. Die beiden Jungen bekommen die Folgen einer OP zu spüren, die sie ungefragt über sich ergehen lassen mussten und über die andere entweder lachen oder sie als harmlose Nebensache abtun.

„Der Schnitt“ - ein Versuch, die Menschen auf etwas aufmerksam zu machen, das bislang in Schweigen gehüllt und deshalb als völlig normal hingenommen wurde.

Freigegeben in Der Schnitt
Samstag, 17 Januar 2015 00:00

„Der Schnitt“ - Ein Buch mit Tiefgang

2009 erschien in Deutschland erstmals ein Sachroman, der sich explizit mit den Themen Phimose, Beschneidung und deren Folgen für die betroffenen Kinder und Jugendlichen befasst. Die wissenschaftliche Kommentierung dazu erstellte im Frühjahr 2010 Dipl.-Psych. Dr. Gabriele Engelhardt (Uni Hamburg).

Den Tod eines kleinen Jungen im Sommer 2006 nahm der auf Arzthaftungsrecht spezialisierte Hamburger Rechtsanwalt Lukas Stoermer zum Anlass, vor allem Eltern für die möglichen körperlichen und psychischen Konsequenzen dieser umstrittenen und oft unnötigen Operation zu sensibilisieren. Zugleich kritisiert er die häufig unzureichende oder gar fehlende ärztliche Aufklärung über alternative Behandlungsmöglichkeiten.

Der Autor begleitet den zu Beginn der Handlung 13jährigen Internatsschüler Manuel ein Stück auf seinem Weg durch Kindheit, Jugend und Erwachsenwerden. Dabei dreht sich alles um die medizinisch völlig sinnlose, dafür aber folgenschwere Beschneidung des Jungen und seines gleichaltrigen Freundes David.

Der Roman zeigt das stille Leid und die Scham nach dem „Schnitt“, Gefühle, über die kaum ein Junge redet. In den zynischen Taktlosigkeiten einiger Schwestern im Krankenhaus und den teilweise handgreiflichen Erniedrigungen und Demütigungen, die Manuel und David durch ihre Mitschüler erfahren, offenbaren sich erschreckende Parallelen zu den Missbrauchsfällen, die im Frühjahr 2010 bekannt wurden - wohl gemerkt: Das Buch erschien bereits 1 Jahr zuvor!

Die rücksichtslose Routine, welcher Kinder und Jugendliche in Internaten und Kinderheimen ausgesetzt sind, wird erst auf den zweiten Blick klar. Keine Chance, sich gegen diese immer gleichen Abläufe zu wehren, zu denen bei Jungen eine indiskrete und fast schon brutale „Eingangsuntersuchung" offenbar dazu gehört.

Jungen in Internaten, Klosterschulen, Kinderheimen, ja sogar Knabenchören und Eliteschulen waren auch die Opfer unzähliger im Frühjahr 2010 bekannt gewordener Fälle von sexuellem Missbrauch.

Zufall?

Im zweiten Teil des Buches ist Manuel erwachsen und selbst Vater eines 9jährigen Sohnes. Es kommt, wie es kommen musste: Auch Benjamin soll nach Meinung der Ärzte beschnitten werden – ohne medizinischen Grund, sozusagen „prophylaktisch", weil er sowieso narkotisiert werden muss. Dass ein solches Vorgehen rechtswidrig ist, bemerkt der medizinische und juristische Laie ohnehin nicht.

Wie Benjamin und seine Eltern auf dieses zwischen Flur und OP-Saal geäußerte makabere Ansinnen der Mediziner reagieren – lesen Sie selbst …!

Freigegeben in Der Schnitt
Montag, 20 August 2007 00:00

Mit Spickzettel zum Arzt

Baierbrunn (ots) - Beim Arztbesuch müssen nicht selten für den Patienten einschneidende Probleme besprochen werden. In solchen Situationen vergisst man leicht anzusprechen, was einem eigentlich auf der Seele brennt. Dagegen hilft, sich vorher Notizen zu machen und sich im Gespräch mit dem Arzt daran entlang zu hangeln, rät die "Apotheken Umschau". Neben Fragen sollte der Spickzettel auch Fakten enthalten, die der Arzt wissen muss. Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es? Warum bevorzugt der Arzt eine bestimmte? Gibt es Zahlen über die Erfolge? Was sind die Nebenwirkungen und wie oft kommen sie vor? Bei wichtigen Entscheidungen ist es auch selbstverständlich, einen neuen Termin zu vereinbaren und die verschiedenen Therapiemöglichkeiten zu durchdenken - und einen neuen "Spickzettel" zu schreiben.

Quelle: Apotheken Umschau. Das Gesundheitsmagazin "Apotheken Umschau" 8/2007 B liegt in den meisten Apotheken aus und wird ohne Zuzahlung zur Gesundheitsberatung an Kunden abgegeben.

Freigegeben in Vermischtes

Hamburg (pid). Das Urteil gegen die für den Tod des damals 4jährigen Franjo W. verantwortliche Ärztin Petra O. wurde am 15. Mai 2009 durch das Hamburger Landgericht aufgehoben und in eine Bewährungsstrafe von 18 Monaten bei einer Bewährungszeit von 2 Jahren umgewandelt. Außerdem wurde das gegen die Angeklagte verhängte Berufsverbot aufgehoben.

Das Amtsgericht Wandsbek hatte die Ärztin im Mai vergangenen Jahres in erster Instanz wegen fahrlässiger Tötung zu 22 Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt und ihr ein fünfjähriges Berufsverbot auferlegt.

Nachdem sie ihre Schuld bis zuletzt leugnete bzw. auf andere Ärzte abzuschieben versuchte, hat Petra O. nunmehr die volle Verantwortung für den Tod des kleinen Jungen übernommen, was vom Gericht strafmildernd berücksichtigt wurde. Zu einer Entschuldigung der Angeklagten bei der Mutter von Franjo kam es allerdings auch nach fast 3 Jahren nicht.

Franjo war im August 2006 nach der Infusion einer viel zu hohen Dosis Glukose ins Koma gefallen und vier Tage später gestorben.

Im Berufungsverfahren äußerte Petra O., sie habe nicht gewusst, dass eine so hohe Dosis Glukose (500 ml intravenös bei 18 kg Körpergewicht) tödlich sein könne. Auch war ihr offenbar nicht bekannt, dass es einen erheblichen Unterschied macht, ob Glukose intravenös oder über das Verdauungssystem aufgenommen wird. Unter diesen Umständen erscheint die Entscheidung des Gerichtes, das Berufsverbot gegen die offensichtlich mangelhaft qualifizierte Ärztin aufzuheben, völlig unverständlich. Offen ist allerdings, wie die Ärztekammer dieses Verhalten wertet. Das Disziplinarverfahren steht nämlich noch aus.

Offenbar kam es schon im Vorfeld wie auch nach der tragischen Glukoseinfusion zu einer desaströsen Verkettung mehrere ärztlicher Fehlleistungen, die jedoch nicht Gegenstand des Verfahrens waren. So soll u. a. die Phimose-Operation, wegen der Franjo ursprünglich im Wilhelmstift behandelt worden war, medizinisch nicht indiziert und die vorgeschriebene Patientenaufklärung zu möglichen Alternativbehandlungen nicht umfassend genug gewesen sein.

Obwohl die Ärztin ankündigte, gegen das Urteil keine Rechtsmittel einlegen zu wollen, ist der Fall damit noch nicht abgeschlossen.

Im bevorstehenden Zivilprozess gegen das Kinderkrankenhaus und das beteiligte medizinische Personal wird es neben Fragen der Entschädigung der Hinterbliebenen und Schmerzensgeld auch um die Phimose-Operation gehen, deren Notwendigkeit nach den Worten eines vorbehandelnden Arztes mehr als zweifelhaft erscheint.

Freigegeben in Meldungen aus Deutschland

Telefonbuch? Internet? Rat von Freunden oder Arbeitskollegen? Wer einen neuen Arzt sucht, findet viele Informationen. Die zu bewerten und zu sortieren, ist nicht einfach. Dabei ist die Arztwahl reine Vertrauenssache. "Ein gutes Arzt-Patienten-Verhältnis ist ganz entscheidend für den Behandlungserfolg", sagt Heike Wöllenstein, Referentin für Patientenrechte und Verbraucherschutz beim AOK-Bundesverband. Sie gibt Tipps, worauf man bei der Arztsuche achten sollte.

Freigegeben in Vermischtes

Sven, wo können sich Eltern, die in Erwägung ziehen, ihre Kinder aus religiösen Gründen beschneiden zu wollen, fachkundig über Risiken der Beschneidung beraten lassen und Hilfe erwarten?

Sven: Eigentlich müsste jeder Arzt vor einem Eingriff über Risiken aufklären. Ich persönlich würde solche Eltern nicht beraten wollen, da ist die Schnittmenge schlichtweg zu gering. Wer so etwas machen möchte, dem sind Risiken in aller Regel nämlich egal. Dass es nicht gesund sein kann, seinem Sohn ohne medizinische Gründe am Penis herum operieren zu lassen, sollte eigentlich einleuchten.

Und wo können sich Eltern beraten lassen, die darüber nachdenken, ihre Kinder wegen einer Phimose beschneiden lassen zu wollen?

Andreas: Bei einem guten Arzt. Den zu erkennen, ist nicht leicht. Aber in diesem Falle gilt wohl als Faustregel, dass je ablehnender er/sie gegen eine Beschneidung ist, desto besser.

Sven: Auch hier leisten viele Ärzte eine gute Leistung, andere versagen leider schon bei Untersuchungen kläglich und verursachen dabei mehr Schaden als Nutzen.

Aber wie erkennt man einen guten, bzw. schlechten Arzt?

Andreas: Einen schlechten Arzt erkennt man leicht. Da kommen dann so Sprüche wie: „Bis zur Schule muss das funktionieren.“, „Salbenbehandlung funktioniert sowieso nie.“ oder gar „Später wird er Ihnen danken.“

Danke, das sind praktische Lackmustests für betroffene Eltern. Wo gibt es weitere Informationen zum Thema Beschneidungen für Eltern und sonstige Interessierte?

Sven: Auf der Internetseite von Phimose-Info Deutschland (www.phimose-info.de) finden Eltern viele Informationen aber auch ein Forum, in dem sie sich mit anderen Eltern und mit Betroffenen austauschen können.
Auch sollten Eltern wissen, dass Jungen in aller Regel erst mit gut 10 Jahren Ihre Vorhaut ernstmalig vollständig zurückziehen können. Das ist ein Durchschnittswert, der unter-, aber auch überschritten werden kann.
Eine Phimose ist auch keine Krankheit, sie beschreibt lediglich einen Zustand. Einen Zustand, der bei der Geburt bei fast allen Jungen vorhanden ist und sich in der Regel bis zur Pubertät von selbst erledigt.

Sven und Andreas, wir danken Ihnen für das interessante Gespräch.

Montag, 22 Dezember 2014 00:00

Dr. Egal

Ärztliche Untersuchungen waren der Horror für mich. In der 7. (?) Klasse stand eine Reihenuntersuchung an. Ich weiß nicht mehr, ob es eine reguläre Schuluntersuchung war oder ob es um die Teilnahme an einem Ferienlager oder um Ferienarbeit ging. Es waren mehrere Jungen im Raum und ich hatte – wie immer – Angst, mich „da unten“ ausziehen zu müssen. Ohren, Augen, Zähne, Rücken abklopfen, messen, wiegen, Beine verdrehen – alles in Unterwäsche oder kurzen Sportsachen, einer nach dem anderen. Manches erledigte eine Schwester, während die Ärztin andere Jungen begutachtete. Es lief wie am Fließband. Irgendwann wurde man zum Tisch der Ärztin geschickt, wo bereits „Andrang“ herrschte. „Na, alles in Ordnung bei Euch Jungs?“ fragte sie gespielt locker und begann sogleich, nach der Antwort auf ihre Frage zu suchen. Bei den meisten schaute sie nur flüchtig in die Hose. Der Junge jedoch, der direkt vor mir an der Reihe war, stand plötzlich nackt vor der Ärztin. Ihm passierte genau das, wovor ich Angst hatte: Es konnten alle zusehen. Er war nicht beschnitten.

Binnen weniger Minuten hatte Frau Dr. alle Jungen untersucht – wie ein Roboter. Auch bei mir ging es schnell – obwohl sie ebenfalls „etwas genauer“ hinsah und meine Sporthose ein wenig nach unten zog. Das Fehlen meiner Vorhaut störte „Frau Dr. Egal“ nicht im Geringsten „… Phimose … in Ordnung! Der Nächste!“

Froh darüber, dass es vorbei war, zog ich mich an, als mir jemand zurief: „He! Du musst noch deine Vorhaut zurückziehen!“ Gekicher – nur einer blieb stumm: der Junge, der vor mir untersucht worden war! Später fragte er mich, was Phimose ist. Die Ärztin hatte dieses Wort bei seiner und bei meiner Untersuchung gebraucht. Das hatte er gehört - und er hatte mich „unten ohne“ gesehen. Ich glaube, er hatte Angst.

Es klingt heute verrückt, aber sogar bei der Auswahl der Unterwäsche war ich bestrebt, nicht entdeckt zu werden. Slips akzeptierte ich nur, wenn sie sehr eng waren. Im Sportunterricht trug ich unter der kurzen Kleidung eine Badehose, die eng am Körper anlag.

Was mich damals genervt hat war das ständige Drängeln meiner Eltern, endlich Schwimmen zu lernen. Das sollte aber noch bis zu meinem 16. Lebensjahr dauern.

Meine Eltern glaubten, ich hätte Angst vor Wasser. Angst hatte ich wirklich - aber nicht vor Wasser, sondern vor der Dusche und davor, von den anderen nackt gesehen zu werden. Freiwillig ging ich in kein Schwimmbad! Ich wollte einfach nicht, dass es irgendjemand sieht.

Freigegeben in Gefangen in Schweigen
Sonntag, 21 Dezember 2014 00:00

Ein weiterer Schock – für den Arzt!

Etwa drei Monate später musste ich erneut in dieses Krankenhaus, diesmal allerdings lediglich zur Nachuntersuchung. Diese führte derselbe Arzt durch, der auch die Beschneidung gemacht hatte. Es ging relativ schnell bei ihm: Er sah sich das Ganze an, zog den Vorhautrest (den man nicht einmal mehr als Vorhaut bezeichnen konnte) über die Eichel und meinte dann:

„Alles sehr gut. Es funktioniert bestens und das kosmetische Resultat ist hervorragend.“

„Was ist hervorragend? Dieser Fleischfetzen?!“

Der Arzt starrte mich buchstäblich mit offenem Mund an. Vielleicht kamen ihm Zweifel an dem, was er getan hatte. Ich kann es nicht sagen, aber ich hoffe es. Ändern konnte er es auch nicht mehr, dass er mich verstümmelt hatte.

Es entwickelte sich dann noch  ein kurzes Gespräch, weil ich gesagt hab, dass mir jede noch so kleine Berührung Schmerzen verursacht, was er aber mehr oder weniger abtat und meinte, dass sich das geben würde. Das war die zweite Lüge.

In diesem Moment war auch das letzte Bisschen Vertrauen, das ich noch in die ärztliche Zunft hatte, endgültig den sprichwörtlichen Bach hinunter gegangen.

Werbung

Linkpartner

PAGERANK TOOLS

Suchmaschinen

Zuletzt bei Google gefunden mit: pubertierende jungen werden nackt bestraft - pubertierende jungen nackt - ärztin nackt demütigung vorhaut - ich zog dem jungen die vorhaut - ärztin nackt demütigung vorhaut bei ohrenuntersuchung vorhaut geprüft - ärztin junger mann nackt demütigung vorhaut - kinderheim vorhaut - vorhaut zurueck im kinderheim