Samstag 24 Juni 2017
Samstag, 17 Januar 2015 00:00

Der Autor über das Buch

"Die Beschneidung von Mädchen, vor allem in Afrika, aber auch anderswo in aller Welt, wird schon seit langem zu Recht kritisiert und geächtet. Insbesondere der Roman „Wüstenblume" von Waris Dirie führt die Folgen dieses grausamen Rituals, gegen das viele Organisationen seit Jahren ankämpfen, besonders drastisch vor Augen.

Demgegenüber ist die Jungenbeschneidung nach wie vor höchst selten Gegenstand gesellschaftlicher Diskussionen.

Meist fallen in diesem Zusammenhang Sätze wie: „Es ist schließlich nur ein ganz kleiner Eingriff, der hygienisch nur Vorteile bringt und zudem schnell wieder verheilt."

In der Tat wird eine Jungenbeschneidung in der Regel als etwas „ganz Normales" dargestellt, selbst in bedeutenden Romanen der Weltliteratur. So beginnt beispielsweise John Irwing’s „Gottes Werk und Teufels Beitrag" damit, dass auf einer Säuglingsstation alle neugeborenen Jungen unmittelbar nach der Geburt ganz selbstverständlich beschnitten werden.

Dass eine Beschneidung jedoch ein - im wahrsten Sinne des Wortes - sehr einschneidendes Erlebnis im Leben eines Jungen sein kann und von den Betroffenen nicht nur als positiv, ja mitunter sogar als sexuelle Verstümmelung empfunden wird, wird häufig übersehen.

Da Jungen in aller Regel vor der Pubertät beschnitten werden, fehlt den meisten die Vergleichsmöglichkeit des sexuellen Lustempfindens mit einem intakten Penis. „Der Schnitt" erzählt von einem Jungen, dessen Vorhautentfernung genau in die Zeit der Pubertät fiel. Manuel schreibt über seine Gefühle und die mit der Beschneidung verbundenen Folgen, über den Umgang mit Mädchen sowie über die eigene sexuelle Identität und das Gefühl „anders" zu sein, das er auch später nie wirklich los wurde.

Der aktuelle Anlass, dieses Buch zu verfassen, war der tragische Tod des kleinen Franjo, der im Anschluss an seine Beschneidung sterben musste und der Auftakt des Prozesses gegen die behandelnde Ärztin in Hamburg.

Dieses Buch soll weder als Anklage verstanden werden, noch als Versuch, in irgendeiner Weise die Beschneidungen von Männern und Frauen miteinander zu vergleichen oder die Beschneidung von Jungen in anderen Kultur- und Religionskreisen zu kritisieren. Es will lediglich den Fokus auf ein Tabuthema lenken, über das in Deutschland immer noch weitgehend Unkenntnis herrscht."

Lukas Stoermer, März 2009

Freigegeben in Der Schnitt

Trotzdem heißt es auch heute immer wieder, Beschneidung von Jungen hätte positive Auswirkungen auf die Gesundheit. So propagiert sogar die WHO völlig undifferenziert Beschneidung von Jungen als Mittel gegen AIDS und in der Presse wird Beschneidung quasi als Wundermittel gegen Peniskrebs dargestellt. Als Vater eines unbeschnittenen Jungen bekommt man da fast ein schlechtes Gewissen. Ist Beschneidung von Jungen wirklich gesundheitsfördernd?

Sven: Ganz klar nein. Die Faktenlage ist eigentlich eindeutig. Die WHO bezieht sich im Wesentlichen auf zwei Studien aus Afrika, die allerdings frühzeitig abgebrochen wurden.
Da wurden zwei Vergleichsgruppen gegenübergestellt, in beiden Gruppen ist die Teilnehmerzahl im Laufe der Zeit immer kleiner geworden. Auch wurde beschrieben, dass den Studienteilnehmern erklärt worden sein soll, dass die Beschneidung allein nicht vor HIV schütze, sondern dass Kondome angewendet werden sollten. Es spricht also viel dafür, dass gerade in der Gruppe der beschnittenen Männer vermehrt Kondome eingesetzt wurden.
Für mich ist allerdings noch eine ganz andere Lehre aus den Studien zu ziehen: Je später die Studie abgebrochen wurde, desto geringer war der Effekt. Das ließe sich auch damit erklären, dass beschnittene Männer sich während der Heilungsphase nach der Beschneidung nicht auf sexuelle Kontakte einlassen.
Zudem wird bei den Nichtbeschnittenen nicht unterschieden zwischen Leuten mit und ohne umfassender Genitalhygiene. Wenn die gleichen Effekte auch bloß mit Wasser und Seife erreicht werden können, braucht es keine Beschneidung.

Wie Sie darlegten, gibt es quasi eine eigene Historie über die Entwicklung der Begründungen - um nicht zu sagen der Rechtfertigungen - von Beschneidung, die sich scheinbar immer dem jeweiligen Zeitgeist angepasst haben. Wo kann man sich darüber näher informieren?

Andreas: In dem Buch „Das verletzte Geschlecht“ wird über die Historische Entwicklung in den USA berichtet. Anfang des 20. Jhdts. wurde der Beschneidung nachgesagt, dass sie gegen Geisteskrankheiten wie „Schwachsinn“ oder „Zappelphilippsyndrom“ helfen würde. 20 Jahre später hielt man das für absurd.
In den 50er Jahren war Beschneidung gut gegen „widernatürliche Masturbation“. 20 Jahre später wunderte man sich über die Spießigkeit.
In den 90er Jahren war es dann der Peniskrebs. Nur muss man wissen, dass die Raten in den USA (damals noch nahezu komplett beschnitten) und Europa (nahezu unbeschnitten) kaum unterschiedlich waren. Und die Fallanzahl ist verschwindend gering. Also wieder eine Legende.
Und bei HIV ist es heute nicht anders. Eine Beschneidung bietet nur insofern einen geringen Schutz, dass die ehemalige Schleimhaut der Eichel nun mit einer deutlich dickeren Hautschicht versehen ist. Eine Ansteckung über diesen Weg wird unwahrscheinlicher. Aber nicht ausgeschlossen! Wirklich nennenswerten Schutz bietet da nur ein Kondom.
Und man darf in der Debatte um Baby- und Knabenbeschneidung nicht vergessen: HIV-Übertragung bei Geschlechtsverkehr ist im Alter von 4-5 Jahren sicher kein Thema. Genauso wenig Peniskrebs, der meist in sehr hohem Alter erst auftritt.

Ja, Peniskrebs tritt selten und meist nach 50 oder 60 auf, so dass eine Beschneidung im Kindesalter aus Gründen der Krebsvorsorge ohnehin Unsinn wäre.

Sven: Wie man es also dreht und wendet, es rechtfertigt jedenfalls nicht die Beschneidung von Babies und Kindern.

Andreas: Als Vater, der sein Kind intakt lässt muss man also garantiert kein schlechtes Gewissen haben.

Bei der öffentlichen Debatte geht es ja primär um religiöse Beschneidungen. Sven, gibt es da Unterschiede bei religiösen Beschneidungstechniken? Wie sehen diese aus?

Sven: Es gibt allgemein ganz unterschiedliche Techniken. In den USA und in Asien werden zumeist verschiedene Klemmen als Hilfsmitteln eingesetzt. Dort gibt es eine regelrechte Beschneidungsindustrie. Selbst Vorrichtungen, die elektrisch arbeiten und die Haut quasi wegbrennen, werden eingesetzt. Viele von diesen Geräten sind allerdings so konstruiert, dass sie bei Jungen mit einer echten Vorhautverengung nicht eingesetzt werden können, weil die Vorhaut schlicht zu eng ist, um das Gerät unter der Vorhaut platzieren zu können.
Dabei spielt es keine Rolle, ob die Beschneidung aus religiösen Gründen erfolgt, sie die Folge von Prüderie ist, wie in den USA, oder ob sie im Einzelfall doch aus gesundheitlichen Gründen erfolgt.

Was meinen Sie mit „Folge von Prüderie“ und wie kam es zur Beschneidungswelle in den USA?

Sven: Etwa Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts glaubten Mediziner, mit der Beschneidung verschiedene Krankheiten heilen zu können bzw. verschiedenen Krankheiten vorbeugen zu können. Dieser Glaube war in Europa und den USA durchaus weit verbreitet. Auch die Selbstbefriedigung wurde als krankhaftes Verhalten angesehen.

Selbst in meiner Jugend hat man noch mit einer Rückenmarkserweichung beim Masturbieren gemahnt. Beschneidung diente also weniger dem Zweck der körperlichen Hygiene, sondern der Moralhygiene?

Sven: Ja, genau. Hinzu kam teilweise auch die Annahme, dass eine lange Vorhaut gesundheitliche Probleme verursachen würde.
Mit der Zeit wurden immer neue Gründe erfunden, die für die routinemäßige Beschneidung von Babys sprechen sollten, etwa Kampf gegen Krebs, später gegen Harnwegsinfektionen, zuletzt sollte die Beschneidung angeblich vor HIV schützen. Der Erfolg war allerdings jeweils allenfalls bescheiden.
Das ging letztlich so weit, dass Krankenversicherungen in den USA noch bis in die 1950er Jahre auch die Verstümmelung von Mädchen mittels Säure bezahlt haben, das alleinige Ziel solcher Eingriffe bei Jungen und Mädchen war das Verhindern oder Erschweren von Selbstbefriedigung.
In diesem Zusammenhang erlaube ich mir, aus einem alten Urologie-Lehrbuch aus den USA zu zitieren:

„Eltern erkennen die Wichtigkeit von lokaler Reinlichkeit und genitaler Hygiene bei ihren Kindern bereitwillig an und sind gewöhnlich bereit Maßnahmen zu ergreifen, welche die Masturbation verhindern können. Aus diesem Gründen wird gewöhnlich zur Beschneidung geraten.“

Das war 1970 und auch in populärwissenschaftlicher Literatur dieser Zeit wurde die Beschneidung von Jungen der (moralischen?) Sauberkeit wegen empfohlen.
Einer der Autoren eines in den USA sehr weit verbreiteten Buches über Kindergesundheit, Herr Dr. Benjamin Spock, hat sich 1989 für seine ursprüngliche Meinung zu diesem Thema öffentlich entschuldigt. Die Neuauflage seines Buches, das von anderen Autoren weitergeführt wird, enthält jedoch immer noch halbherzige Hinweise darauf, dass die Eltern doch bitte selbst entscheiden mögen.
Viele amerikanische Jungen und Männer können sich, da sehr viel Haut entfernt wurde, nur noch mit Hilfsmitteln selbst befriedigen. Selbst normaler Geschlechtsverkehr ist häufig nur mit Gleitmitteln möglich.
Da die Beschneidung von vielen Männern lange Zeit nicht hinterfragt wurde und der Glaube an irgendwelche medizinischen Vorteile tief verwurzelt ist, ist dieses Problem mit allen seinen negativen Konsequenzen von Generation zu Generation weitergegeben worden.

Montag, 22 Dezember 2014 00:00

Pubertät pur

Das Wachstum des Penis zu Beginn der Pubertät ließ die Eichel noch deutlicher hervortreten. Mit der hinter der Eichel liegenden Hautfalte konnte ich ähnlich wie ein unbeschnittener Junge masturbieren, wenn ich sie nach vorne zog und die Penisspitze damit "massierte". Da die Haut aber eigentlich zu kurz war tat dies manchmal am Penisansatz (Schambereich) weh, na ja, zumindest war es nicht unbedingt angenehm. Irgendwann entdeckte ich, dass die direkte Stimulation der Eichel ein intensiveres Gefühl hervorrief und benutzte heimlich irgendeine gut riechende Salbe meiner Mutter als Gleitmittel. Meine Mutter wunderte sich über den rätselhaften „Salbenschwund“ und vermutete (scherzhaft) ein Leck in der Verpackung. Entweder ahnte sie wirklich nichts oder sie hat ganz bewusst geschwiegen und ohne viele Worte für „Nachschub“ gesorgt, denn irgendwann fand ich statt ihrer Creme ein deutlich „glitschigeres“ Kinder(?)pflegemittel vor, das sie wohl kaum zur Gesichtspflege benutzt haben dürfte.

Die Tatsache, dass die Eichel nach der Beschneidung trocken und weniger sensibel geworden war, empfand ich zunächst nicht als Nachteil. Ich wusste, dass es für unbeschnittene Jungen sehr unangenehm sein kann, ihre blanke Eichel zu berühren und wunderte mich, weshalb mir selbst derbe Berührungen dort nichts ausmachten, aber da ich lange vor der Pubertät beschnitten worden war hatte ich ja keinen Vergleich mit dem "normalen" Körperempfinden und hielt die heftige „Rubbelei“ bis zum Orgasmus für normal, Zweifel kamen erst später.

Nach dem "ersten Mal" wurde mir bewusst, dass es Mädchen und Frauen gefällt, den Mann möglichst lange und intensiv in sich zu spüren. Meine erste Freundin fand es gut, dass ich in der Lage war, sie relativ heftig und ausdauernd zu stimulieren, ohne dass ich damals schon wusste, weshalb das für mich einerseits ziemlich anstrengend, andererseits manchmal total unbefriedigend war. Ausgerechnet dieses Mädchen war es auch, mit dem ich mehr als ein paar belanglose Worte über meine Beschneidung sprach. Sie schwärmte geradezu von meinem beschnittenen Penis, was mich zunächst völlig verunsicherte. Es war (aus ihrer Sicht) aber keineswegs egoistisch – sie fand das „niedlich“ und freute sich ehrlich für sich und für mich.

Ein Pluspunkt für die Beschneidung? Ich war zufrieden, geradezu "happy" und wenn ich mir überlegte, dass ein beschnittener Penis sogar hygienischer sein sollte als ein unbeschnittener, dann konnte ich mich doch eigentlich glücklich schätzen!

Doch es gab eben auch richtig unangenehme Erlebnisse: Schon früher, mit 13 oder 14 hatte ich bei einer Erektion manchmal Schmerzen an der Unterseite des Penis (meist im falschen Moment) und auch wenn ich die verbliebene Haut zu heftig nach vorne zog, tat es weh. Ich verhielt mich ruhig und wartete darauf, dass die Erektion nachließ. Zum Arzt zu gehen oder mit meinen Eltern zu reden - dazu fehlte der Mut. Außerdem war da der Gedanke: "Womöglich schneidet der noch mehr weg!" Zum Glück hörten diese Probleme mit etwa 16 Jahren von selbst auf.

Freigegeben in Gefangen in Schweigen

"In den USA wird die Beschneidung häufig bei Neugeborenen vorgenommen, um Krankheiten aufgrund von mangelnder Hygiene vorzubeugen"

(Infokasten der Frankfurter Rundschau, 28.06.2012)

"Zudem sei wissenschaftlich erwiesen, dass eine medizinisch fachgerechte Beschneidung nur Vorteile für die Kinder und späteren Erwachsenen mit sich bringe."

(Aiman Mazyek, Vorsitzender Zentralrat der Muslime in Deutschland)

"Die Entfernung der Vorhaut habe hygienische Vorteile und vermindere die Übertragung von Infektionen."

(Ali Demir, Landesvorsitzender Baden-Württemberg der Religionsgemeinschaft des Islam)

"Der Eingriff habe auch medizinische Vorteile, etwa der Schutz vor Aids, Phimose (Vorhautverengung) sowie Unterleibskrebs bei Frauen und sei auch unter Nichtjuden verbreitet."

(David Goldberg, orthodoxer Rabbiner in Hof)

Kommentar:

Sowohl die mangelnde Hygiene bei vorhandener Vorhaut als auch der prophylaktische Effekt der Entfernung derselben sind urbane Mythen, die seit Jahrzehnten propagiert werden, um Beschneidung zu rechtfertigen und aufrechtzuerhalten. Bei genauer Betrachtung fallen das Argumentationsgebäude und die Beweislage pro Beschneidung jedoch in sich zusammen wie ein Kartenhaus. Die reale Häufigkeit der betreffenden Krankheiten bei Bevölkerungsgruppen bzw. in Ländern, die Beschneidung praktizieren oder nicht, spiegelt den "Schutzeffekt" der Beschneidung meist nicht wider. Und beispielsweise die niedrigeren Raten von Gebärmutterhalskrebs unter jüdischen Frauen, früher der Beschneidung ihrer Partner zugeschrieben, werden inzwischen von israelischen Forschern auf genetische Ursachen zurückgeführt.

Doch selbst wenn die Schutzwirkung der Beschneidung für bare Münze genommen werden könnte, stellt sich immer noch die prinzipielle Frage, warum zum Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten bereits Säuglinge und Kinder beschnitten werden müssen, die noch viele Jahre nicht sexuell aktiv sein werden. Außerdem bietet die moderne Welt mit fließendem Wasser, Kondomen und Impfungen inzwischen wesentlich weniger einschneidende Methoden, deren prophylaktische Effektivität zudem sicher belegt ist. Oder bewegen wir uns etwa auf dem Niveau, dass Jungen und Männer von Natur aus schmutzig und verantwortungslos sind?

Im Übrigen ist auch die berüchtigte Phimose (Vorhautverengung) bei Anwendung fortschrittlicher, evidenzbasierter Medizin in den seltensten Fällen ein Grund für eine Beschneidung. In den meisten Fällen verwächst sich die Verengung spätestens im Lauf der Pubertät von selbst, ansonsten können ca. 80% der Fälle erfolgreich durch eine schmerz- und risikolose Behandlung mit Salben und Dehnübungen therapiert werden. Sollte eine Operation wirklich unvermeidbar sein, stehen moderne Verfahren zur Verfügung, bei denen die Vorhaut vollständig erhalten bleibt.

Was man ebenfalls wissen sollte:

Die Beschneidung (sowohl von Jungen als auch zeitweise von Mädchen!) in den USA begann vor ca. 150 Jahren nicht etwa als medizinisch-hygienische Maßnahme, sondern als Methode, um die damals verpönte Selbstbefriedigung zu erschweren und zu bestrafen. Damals wusste man noch, was man heute abzustreiten und zu vergessen versucht, nämlich dass die Vorhaut ein für das sexuelle Empfindungsvermögen essentieller Bestandteil der männlichen Genitalien ist, dessen Entfernung wesentliche negative Konsequenzen für die Sexualität hat. Alle modernen Argumente für eine Beschneidung, seien es Krebsvorsorge oder HIV-Schutz, wurden erst nachträglich zur Unterfütterung der bereits existierenden Beschneidungspraxis aufgebaut.

Weiterhin trifft es aktuell auch nicht mehr zu, dass in den USA die meisten Jungen beschnitten werden. Nachdem die Beschneidungsraten Ende der 1970er Jahre einmal weit über 90% lagen, werden inzwischen glücklicherweise nur noch deutlich weniger als die Hälfte der amerikanischen Jungen Opfer der - übrigens meist ohne (ausreichende) Betäubung durchgeführten - "routinemäßigen Säuglingsbeschneidung". Angesichts der sehr starken gesellschaftlichen Beharrungskräfte bei männlicher Beschneidung ist dies wirklich eine beeindruckende Entwicklung.

In den USA fand in den letzten Jahrzehnten also nicht nur eine Kritik seitens unbedeutender Randgruppen statt, sondern ein massives gesamtgesellschaftliches Umdenken, basierend auf der Erkenntnis, dass Säuglingsbeschneidung bestenfalls medizinisch-hygienisch unsinnig und schlimmstenfalls eine brutale Menschenrechtsverletzung ist.

In anderen Ländern, die einmal die routinemäßige Säuglingsbeschneidung praktizierten, wie Kanada, Australien, Neuseeland und Großbritannien, sind die Raten noch stärker und teilweise so tief gefallen, dass diese Praktik dort als abgeschafft betrachtet werden kann.

Freigegeben in Rituelle Beschneidung
Dienstag, 09 Dezember 2014 00:00

Weitere Tipps zur Hygiene von Penis und Vorhaut

Insbesondere für Jungen, die zu Reizungen und Entzündungen an Penis und Vorhaut neigen:

  • Windeln häufig wechseln und Genitalien gut eincremen.
  • Babys möglichst oft „unten ohne“ strampeln oder laufen lassen.
  • Baden in stark gechlortem Wasser meiden oder anschließend den ganzen Körper einschließlich der Genitalien gründlich mit klarem Wasser abspülen (duschen oder ggf. baden). Eventuell vor dem Schwimmen eine schützende Creme auftragen (z.B. eine zinkhaltige Creme wie Penaten).
  • Seife im Bereich der Genitalien vermeiden. Besser in klarem, warmem Wasser ausgiebig baden. Das kann auch bei Reizungen, Rötungen oder Beschwerden durch frisch abgelöste Verklebungen helfen. Ggf. entzündungshemmende Zusätze wie Kamille verwenden.
  • Auf Waschmittelrückstände in der Kleidung (und ggf. in Stoffwindeln) achten.
  • Dafür sorgen, dass der Junge regelmäßig und reichlich trinkt – hierdurch wird eine hohe Konzentration des Urins vermieden und Vorhautentzündungen vorgebeugt.
  • Dem Jungen angewöhnen, nach dem Wasserlassen die Penisspitze mit Toilettenpapier abzutupfen, so dass keine Urinreste zurückbleiben, die die Haut reizen können.
Dienstag, 09 Dezember 2014 00:00

Vorhautentzündung

Reizungen, Rötungen, Jucken, Brennen oder Entzündungen von Eichel und/oder Vorhaut kommen in jedem Alter vor. Leichte Irritationen können mit Hausmitteln (Baden in klarem Wasser oder einem Kamillenbad, frei verkäuflichen Salben usw.) behandelt werden. Statt Kamille kann auch Teebaumöl verwendet werden, oder Natron ("Backpulver" aus der Drogerie, 2-3 Esslöffel pro Bad).

Bei Entzündungen mit starker Rötung und Schwellung der Vorhaut und/oder der Eichel sowie Absonderung von Flüssigkeit sollte jedoch umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Unbehandelte Entzündungen können zu Narbenphimose führen.

Vorhautentzündungen können mit Antibiotika (als Salbe oder Saft) gut behandelt werden. Ggf., insbesondere bei wiederholten Entzündungen, ist es sinnvoll, den Erreger durch einen Abstrich bestimmen zu lassen, damit er gezielt bekämpft werden kann.

Nur bei immer wiederkehrenden, anders nicht therapierbaren und für den Jungen belastenden, schmerzhaften Entzündungen kann es manchmal sinnvoll sein, die Vorhaut mit Salben oder operativ weiten oder die nachhaltig geschädigte Vorhaut operativ entfernen zu lassen. Eine Operation darf nicht bei akut vorliegender Entzündung erfolgen.

Vorhautentzündungen können Folge unzureichender oder übertriebener Genitalhygiene sein (aggressive Seifen). Heilungsunterstützend und vorbeugend sollte daher auf die richtige Hygiene geachtet werden.

Montag, 08 Dezember 2014 00:00

Was ist Smegma?

Smegma ist eine weiße und zunächst geruchlose natürliche Substanz, welche die empfindlichsten Teile der männlichen und weiblichen Geschlechtsorgane (bei Jungen die innere Vorhaut, Eichel) fettig hält. Wird das Smegma im Rahmen der täglichen Hygiene nicht entfernt, kann es zu einem Infektionsherd werden und ziemlich übel riechen. Smegma wird erst ab der Pubertät abgesondert; das fälschlicherweise so genannte kindliche Smegma bei kleinen Jungen besteht aus abgestorbenen Gewebezellen und deutet oft an, dass sich die natürliche Verklebung zwischen Vorhaut und Eichel zu lösen beginnt. Es ist daher nicht notwendig, die ansonsten symptomfreie Vorhaut bei kleinen Jungen zum Waschen zurückzuziehen oder gar zu entfernen.

Jungen ab der Pubertät sollten täglich ihre Vorhaut zurückziehen, um die Eichel und vor allem den Eichelrand sorgfältig zu reinigen. Seife sollte dazu nicht verwendet werden, sondern entweder nur warmes Wasser oder eine hautfreundliche Pflegelotion.

Wenn die Vorhaut in der Pubertät noch nicht zurückziehbar ist, kann der Bereich unter der Vorhaut mit einer Gummispritze gespült werden. Steht einmal mehrere Tage keine Waschgelegenheit zur Verfügung, gibt es einen Trick: Die Vorhaut beim Wasserlassen für einige Sekunden zuhalten – durch den sterilen Urin wird das Smegma weggespült.

Freigegeben in Die Vorhaut von A bis Z

Werbung

Linkpartner

PAGERANK TOOLS

Suchmaschinen

Zuletzt bei Google gefunden mit: natron gegen peniskrebs