Sonntag 30 April 2017

Tag für Tag wird an zahllosen Jungen in Deutschland und Österreich eine Operation vorgenommen, die nach Ansicht von Fachärzten in bis zu 90 % aller Fälle medizinisch unnötig und daher vermeidbar wäre – die Beschneidung der Penisvorhaut wegen einer kindlichen Phimose (Vorhautverengung).

Während deutsche Krankenkassen fragwürdige Zusatzbeiträge erheben, verursacht eine sinnlose Operation massenhaft unnötige Kosten. Für die kleinen Patienten bedeutet der Eingriff ein durch nichts zu begründendes OP-Risiko, unnötige Schmerzen sowie körperliche und psychische Folgen, mit denen die Jungen später fast immer allein bleiben. Bei dem oft als harmlos verniedlichten Eingriff handelt es sich zudem um eine Operation, bei der ein funktioneller Bestandteil der männlichen Geschlechtsorgane entfernt wird, eine Operation, die auch Folgen für die (spätere) Sexualität haben kann.

Dabei erfahren Eltern nur selten, dass eine Phimose mindestens bis zur Pubertät völlig unbedenklich ist, wenn sie frei von Krankheitssymptomen bleibt. Vorenthalten wird ihnen oftmals auch, dass selbst eine behandlungsbedürftige Vorhautverengung nur in wenigen Fällen operiert werden muss.

Rund 80 % der betroffenen Jungen können erfolgreich mit Salben behandelt werden – völlig schmerzfrei, angstfrei, ohne Verletzung und ohne bleibende körperliche Veränderungen. In den verbleibenden Fällen kann fast immer vorhauterhaltend operiert werden. Hierfür stehen moderne OP-Verfahren zur Verfügung, bei denen die Vorhaut lediglich eingeschnitten und geweitet, nicht aber entfernt wird.

Freigegeben in Der Schnitt

Sven, wo können sich Eltern, die in Erwägung ziehen, ihre Kinder aus religiösen Gründen beschneiden zu wollen, fachkundig über Risiken der Beschneidung beraten lassen und Hilfe erwarten?

Sven: Eigentlich müsste jeder Arzt vor einem Eingriff über Risiken aufklären. Ich persönlich würde solche Eltern nicht beraten wollen, da ist die Schnittmenge schlichtweg zu gering. Wer so etwas machen möchte, dem sind Risiken in aller Regel nämlich egal. Dass es nicht gesund sein kann, seinem Sohn ohne medizinische Gründe am Penis herum operieren zu lassen, sollte eigentlich einleuchten.

Und wo können sich Eltern beraten lassen, die darüber nachdenken, ihre Kinder wegen einer Phimose beschneiden lassen zu wollen?

Andreas: Bei einem guten Arzt. Den zu erkennen, ist nicht leicht. Aber in diesem Falle gilt wohl als Faustregel, dass je ablehnender er/sie gegen eine Beschneidung ist, desto besser.

Sven: Auch hier leisten viele Ärzte eine gute Leistung, andere versagen leider schon bei Untersuchungen kläglich und verursachen dabei mehr Schaden als Nutzen.

Aber wie erkennt man einen guten, bzw. schlechten Arzt?

Andreas: Einen schlechten Arzt erkennt man leicht. Da kommen dann so Sprüche wie: „Bis zur Schule muss das funktionieren.“, „Salbenbehandlung funktioniert sowieso nie.“ oder gar „Später wird er Ihnen danken.“

Danke, das sind praktische Lackmustests für betroffene Eltern. Wo gibt es weitere Informationen zum Thema Beschneidungen für Eltern und sonstige Interessierte?

Sven: Auf der Internetseite von Phimose-Info Deutschland (www.phimose-info.de) finden Eltern viele Informationen aber auch ein Forum, in dem sie sich mit anderen Eltern und mit Betroffenen austauschen können.
Auch sollten Eltern wissen, dass Jungen in aller Regel erst mit gut 10 Jahren Ihre Vorhaut ernstmalig vollständig zurückziehen können. Das ist ein Durchschnittswert, der unter-, aber auch überschritten werden kann.
Eine Phimose ist auch keine Krankheit, sie beschreibt lediglich einen Zustand. Einen Zustand, der bei der Geburt bei fast allen Jungen vorhanden ist und sich in der Regel bis zur Pubertät von selbst erledigt.

Sven und Andreas, wir danken Ihnen für das interessante Gespräch.

Sonntag, 21 Dezember 2014 00:00

Zu Hause

In Gesprächen mit meinen Eltern ist das Thema Beschneidung niemals vorgekommen. Bis zur Pubertät wusste ich nicht einmal, was die Worte "Beschneidung" und "Phimose" überhaupt bedeuten. Mein Problem als Kind war nicht die Beschneidung an sich, sondern fehlendes Wissen und Selbstbewusstsein, das Unvermögen, sich zur Wehr zu setzen oder gar selbst offensiv aufzutreten. Ich hatte keine Antworten auf diese Hänseleien und so hat sich das „hochgeschaukelt“, ist immer mal wieder passiert. Den genauen Grund für meine Beschneidung kannte ich auch nicht. Die Erwachsenen haben geschwiegen, sicher nicht in böser Absicht – sie haben eben einfach nicht gemerkt, wie mies ich mich oft gefühlt habe, weil ich glaubte, „kein richtiger Junge“ mehr zu sein. Der Arzt hatte ihnen vermutlich das Gleiche gesagt, was er mir …zig Jahre später auch sagte: „Das sieht doch sehr gut aus – eine hervorragende Arbeit!“ Das mag ja zutreffen – „operationstechnisch“ gesehen. Mein Problem damals war aber psychischer Natur – und das ist (auch heute!) einfach nicht vorgesehen – weder im Aufklärungsgespräch noch in der schriftlichen Patienteninformation.

Geärgert und geschämt habe ich mich, wenn sich meine Eltern mit Bekannten über meine Beschneidung unterhielten. Erst gab es mitleidige Blicke, dann jenen Satz, den ich so ähnlich auch heute noch manchmal im Zusammenhang mit Phimose höre:

„Das ist sicher das Beste für den Jungen. Da hat er wenigstens seine Ruhe!“

Ruhe“? Welch ein Hohn! Manchmal war ich richtig wütend: Sie reden immer nur von früher. Sie reden nicht von heute und nicht mit mir und schon gar nicht über den ganzen Mist, den mir diese "Abschneiderei" eingebracht hat.

"Stell dich nicht so an - das haben viele Jungen!" hat mal eine Krankenschwester in der Klinik zu mir gesagt, nachdem ich mich bei einer Untersuchung "da unten" nicht ausziehen wollte. Den ersten dieser "vielen Jungen" habe ich allerdings erst mit 14 kennen gelernt.

Freigegeben in Gefangen in Schweigen

Alle Achtung gebührt den Eltern eines seinerzeit 6jährigen Jungen aus Niedersachsen, die es 1999 nicht hinnehmen wollten, dass ihr Sohn entgegen dem Behandlungsvertrag mit dem Krankenhaus wegen einer Phimose radikal an der Vorhaut beschnitten wurde, obwohl eine sparsame Teilbeschneidung vereinbart worden war.

Ebenfalls wollten sie das Argument der behandelnden Ärzte nicht gelten lassen, es hätten sich während der OP Umstände ergeben, die nur eine radikale Vorhautbeschneidung zuließen.

Sie klagten – und bekamen Recht! Das Urteil wurde am 21.08.2002 verkündet.

Was die Beweisaufnahme als „Nebenprodukt“ zu Tage förderte, wirft ein bezeichnendes Licht auf die gängige (?) Praxis im Umgang mit der körperlichen Unversehrtheit von Jungen, wenn es um deren Vorhaut geht. Man betrachtet diesen Teil der kindlichen Geschlechtsorgane offenbar als überflüssig, dessen Entfernung als üblich, zumindest aber zumutbar.

Zur Sache:

Wegen des Verdachts auf Phimose (Vorhautverengung) wurde der damals 6jährige Junge von seinem Kinderarzt zur Klärung der Behandlungsbedürftigkeit an die Klinik der späteren Beklagten überwiesen. Diese bestätigten den Verdacht und legten als Therapie eine sparsame Vorhautbeschneidung fest.

Nachdem die Eltern die Einverständniserklärung für eine sparsame, sog. semiradikale Beschneidung ihres Sohnes unterzeichnet hatten, bei der die Eichel auch nach der Operation noch weitgehend von der Vorhaut bedeckt ist, stellte sich nach dem Eingriff im November 1999 heraus, dass dem Jungen faktisch die gesamte Vorhaut entfernt und die Eichel vollständig und dauerhaft entblößt worden war. Zudem zeigte sich hinter der Eichel eine optisch äußerst ungünstige Wulst aus dem noch vorhandenen Vorhautrest.

Vor Gericht begründeten die Ärzte ihr Vorgehen mit Komplikationen, die sich erst während der OP ergeben hätten und brachten zudem vor, eine nicht radikale  Vorhautbeschneidung führe in Folge möglicher hygienischer Probleme häufig zu Entzündungen. Aus diesen MÖGLICHEN künftigen Hygieneproblemen, Infektionen und Komplikationen leiteten sie offenbar die Berechtigung ab, auch ohne Zustimmung des Klägers (bzw. dessen Eltern) nach eigenem Ermessen zu operieren. Im Übrigen hielten sie ihr Vorgehen für sachgerecht.

Die Richter folgten weder dem „Hygieneargument“, noch hielten sie die vorgebrachten Komplikationen während der OP für glaubhaft, da diese im Operationsbericht mit keinem Wort erwähnt wurden.

Aufbauend auf die Ausführungen eines gerichtlich bestellten Sachverständigen kamen die Juristen vielmehr zu dem Schluss, dass es einem erfahrenen Operateur SEHR WOHL möglich gewesen wäre, sparsam zu beschneiden, da der Junge vor der Operation einen „ausgeprägten Vorhautrüssel“ am Penis gehabt habe und ausreichend Gewebe für eine sparsame Beschneidung vorhanden gewesen sei.

Die Richter stellten weiterhin fest, dass es sich bei der Operation um eine Totalbeschneidung handele (was die Beklagten bestritten), da wesentliche Teile der inneren Vorhaut entfernt wurden, die hätten belassen werden müssen.

Somit sei dem Kind ein Schaden entstanden, für den die Beklagten gesamtschuldnerisch haftbar zu machen sind.

Schlamperei ist „durchaus üblich“

Doch die Beweisaufnahme brachte noch weitere „Überraschungen“ ans Licht:

So konnte nachgewiesen werden, dass die auch in Deutschland oft als „harmlose Routine-Operation“ bezeichnete Beschneidung der Vorhaut im vorliegenden Fall nicht von einem ausgebildeten Facharzt, sondern von einem Nichtmediziner, nämlich einem Medizinstudenten „eigenverantwortlich und federführend“ durchgeführt worden war.

Ein klarer und schwerer Verstoß gegen geltendes deutsches Recht!

Das Erschreckende dabei ist die Erwiderung der Beklagten in der mündlichen Verhandlung, wonach ein solches Vorgehen „durchaus üblich“ sei.

Offenbar hält man die körperliche Unversehrtheit von Jungen im Genitalbereich für derart unwesentlich, dass man sich in diesem Falle nicht an Recht und Gesetz zu halten braucht. Da muss man sich fragen, wie viele Jungen in Deutschland auf diese Weise operiert wurden und werden, ohne dass deren Eltern jemals etwas davon erfahren. Die Ärzte müssen sich zudem fragen lassen, wie hoch die Zahl der Komplikationen und Operations (spät) folgen sein mag, die allein aus diesem Umstand resultieren, für die niemand haftet (weil niemand klagt) und mit denen die betroffenen Jungen ein Leben lang allein und „in aller Stille“ fertig werden müssen!

„Nicht sachgerecht!“ lautete folgerichtig das Urteil des Gutachters, der sowohl sämtliche Unterlagen akribisch analysiert, als auch den Jungen eingehend untersucht hatte.

Der Medizinstudent hätte den Jungen keinesfalls operieren dürfen (auch nicht in Assistenz eines erfahrenen Arztes) und: Er (der Student) hätte diesen Umstand am Ende seiner theoretischen Ausbildung erkennen können und müssen. Im Zweifelsfalle wäre er verpflichtet gewesen, die Standesorganisation (Ärztekammer) zu befragen. Insofern ist auch der Medizinstudent für die nicht sachgerechte OP haftbar zu machen.

Wer nun glaubt, der Fall sei damit klar, irrt!

Dem Gutachter gelang in seinen schriftlichen und später mündlichen Ausführungen nämlich etwas, das sich in Zukunft hoffentlich als richtungweisend für ähnlich gelagerte Fälle herausstellen wird: Die Feststellung, wann überhaupt eine medizinische Indikation (Notwendigkeit) für eine Vorhautbeschneidung vorliegt.

Seiner Ansicht nach ist dies nur dann der Fall, wenn die Miktion (Wasserlassen) nachweislich erheblich behindert ist. In allen anderen Fällen gibt es Alternativen, über die aufgeklärt werden muss.

Sofern es sich um den physiologisch normalen Zustand einer kindlichen Vorhautverengung bzw. –verklebung handelt, verbietet sich eine Operation, selbst dann, wenn die Eltern bereits zugestimmt haben, weil der voruntersuchende Arzt irrtümlicherweise von einer behandlungsbedürftigen Phimose ausgegangen ist und entsprechend (falsch) aufgeklärt hat.

In seinen mündlichen Ausführungen, die er dem Gericht laut Urteil „auf eindrucksvolle Weise“ vortrug, gelangte der Mediziner zu dem Schluss, dass die Operation (Beschneidung), unabhängig von Ausmaß und Methode, als solche zu keinem Zeitpunkt medizinisch indiziert war, sprich:

Die Operation war von vorneherein unnötig!

Durch die Beschneidung der Vorhaut wurde lediglich ein Zustand beseitigt, der nach übereinstimmender Auffassung von Kinderchirurgen und Kinderurologen physiologisch völlig normal ist. Der damals 6jährige Junge hatte, wie viele Jungen dieses Alters, eine rüsselförmig verlängerte und physiologisch verengte Vorhaut ohne klinische Symptome, also ohne Entzündungen oder sonstige Beschwerden. Dies jedoch sei in diesem Alter und bis hin zur Pubertät völlig normal und behebe sich in der Regel von selbst.

Das Gericht stellte somit fest, dass der damals 6jährige eine nicht notwendige Operation über sich ergehen lassen musste, die zudem nicht sachgerecht ausgeführt wurde und die bei dem Jungen einen lebenslang bleibenden Schaden hinterlassen hat.

Eine besondere Belastung sehen die Richter für den Jungen auch im Hinblick auf die noch bevorstehende Pubertät und in der Tatsache, dass er sich einer weiteren Operation unterziehen müsste, wollte er wenigstens die optisch nachteilige Vorhautwulst hinter der Eichel beseitigt haben.

Folge:

In ihrem Urteil gehen die Richter deutlich über das hinaus, was der Kläger (der durch seine Eltern vertretene Junge) gefordert hatte:

Statt, wie begehrt, 10.000 DM (5.112,92 EUR) verurteilten die Richter die Beklagten zur Zahlung eines Schmerzensgeldes in Höhe von 7.500 EUR zuzüglich Zinsen. Ferner müssen die Beklagten dem Jungen alle künftigen materiellen und immateriellen Schäden ersetzen, die auf die Operation zurückzuführen sind und nicht durch Dritte gedeckt werden.

Freigegeben in Meldungen aus Deutschland

Vorhautprobleme müssen nur dann behandelt werden, wenn Dir etwas weh tut, die Vorhaut häufig entzündet ist, wenn Du Probleme bei Wasserlassen hast oder wenn Dich Dein Vorhautproblem bei Sex oder Selbstbefriedigung stört.

Eine Phimose oder eine Vorhautverklebung, bei der nichts weh tut, nichts entzündet ist und die auch sonst nicht stört, muss nicht behandelt werden. Das ist bis zur Pubertät ganz normal.

Entzündungen der Vorhaut und/oder der Eichel können meist durch Antibiotika, Salben oder Bäder behandelt werden (siehe dazu „Klartext!“ im Downloadbereich).

Eine Paraphimose ist ein urologischer Notfall und muss sofort ärztlich behandelt werden! Die enge Vorhaut ist hinter der Eichel eingeklemmt und schnürt deren Blutversorgung ab!

Freigegeben in Infos für Jungs

Ja, es ist wirklich peinlich, mit den Eltern über intime Dinge zu reden, Du bist aufgeregt oder die Eltern lassen Dich nicht ausreden und fangen sofort an, auf Dich einzureden, vermutlich haben deine Eltern auch die (scheinbar) besseren Argumente auf ihrer Seite.

Was kannst Du tun?

Schreiben! Du kannst Deinen Eltern einen Brief oder eine Email schreiben!

Vorteil: Du kannst in aller Ruhe nachdenken, was Du sagen möchtest, kannst Deine Ängste und Gefühle zum Ausdruck bringen, ohne, dass Dich dabei jemand anstarrt und darauf wartet, dass Du „endlich fertig“ wirst. Du kannst ihnen z. B. sagen, dass Du mitreden möchtest, wenn es um Entscheidungen geht, und beim Arzt nicht einfach „vorgeführt“ werden möchtest. Du kannst sagen, wie Du Dir die Lösung des Problems vorstellst und was Du ganz bestimmt nicht möchtest. Du vergisst nichts und es ist weniger peinlich, als wenn Du es ihnen ins Gesicht sagen müsstest. Auch für die Eltern ist das besser – sie können in Ruhe nachdenken und dann mit Dir reden.

Natürlich hast Du auch die Möglichkeit, uns eine Email zu schreiben oder in unserem Forum anonym Deine Fragen zu stellen. Deinen richtigen Namen musst Du nicht nennen.

Freigegeben in Infos für Jungs

Bei Phimose:

Behandlung mit Salben:

Sie sollen die Vorhaut weich und elastisch machen. Manche Salben fördern auch die Neubildung von Hautzellen. Beim Baden oder Duschen kannst Du Deine Vorhaut dann vorsichtig dehnen, indem Du sie so weit zurückziehst, wie es ohne Schmerzen möglich ist und dies möglichst oft wiederholst. Zuerst probierst Du es, wenn Dein Penis ganz „normal“ ist; klappt das, versuchst Du es bei steifem Penis.

Folgende Salben werden z. B. erfolgreich verwendet: Kortison (Betamethason), Östrogensalben (Ovestin, Estradiol), Dexpanthenol (Bepanthen), antiphlogistische Salben (Diclofenac). Verschreibungspflichtige Salben nie ohne ärztliche Verordnung benutzen!

Manchmal (vor allem bei weniger starker Verengung) helfen aber auch schon verschreibungsfreie Präparate, z. B. Vitamin-E-haltige Salben oder Lotionen, Olivenölhaltige Lotion, Vaseline, Ringelblumensalbe u.a.

Vorteil: keine OP

Nachteil: Du brauchst Geduld und es klappt nicht immer.

Vorhauterweiterung (Dorsaler Schnitt, Triple Inzision):

Dabei wird die Vorhaut an der verengten Stelle längs eingeschnitten. Der Schnitt (manchmal sind es mehrere kleine Einschnitte) wird etwas auseinander gezogen und neu vernäht (alles unter lokaler oder Vollnarkose). Es wird nichts abgeschnitten.

Vorteil: Die Vorhaut bleibt erhalten und die Eichel geschützt und empfindlich für sexuelle Reize.

Nachteil: Es bleibt möglicherweise eine kleine Narbe. Bei der Triple-Inzision wird ein kosmetisch sehr gutes Ergebnis erreicht.

Erweiterung der Vorhautöffnung:

Wenn die Verengung nur die Öffnung (Spitze) der Vorhaut betrifft kann man diese mit einem speziellen Instrument unter Narkose mechanisch dehnen.

Teilbeschneidung:

Dabei wird nur der verengte Teil der Vorhaut abgetrennt. Die Eichel ist danach noch teilweise bedeckt.

Vorteil: Zumindest ein Teil der Vorhaut kann erhalten werden.

Nachteil: Manchmal kommt es durch ein Zusammenziehen des Narbengewebes zu einer erneuten Verengung und manchmal liegt die Eichel später trotzdem frei, wenn der Penis in der Pubertät stark gewachsen ist und die OP vor der Pubertät stattfand.

Radikale Beschneidung:

Die Vorhaut wird vollständig bis hinter die Eichel entfernt. Die Eichel ist danach immer frei. Manchmal wird auch das Vorhautbändchen an der Unterseite der Eichel entfernt.

Vorteil: Es ist die „technisch“ einfachere Operation.

Nachteil: Unmittelbar nach der OP ist die Eichel extrem empfindlich. Die frei liegende Eichel wird später trocken und Du spürst möglicherweise bei der Selbstbefriedigung oder beim Geschlechtsverkehr deutlich weniger als vor der Beschneidung.

Manche Jungen/Männer haben aber auch dauerhaft Probleme mit extremer Überempfindlichkeit der Penisspitze. Der Penis sieht vollkommen anders aus, was nicht jedem Jungen gefällt und es ist nur noch wenig oder gar keine bewegliche Haut mehr vorhanden, die zur Stimulation der Eichel genutzt werden kann (Selbstbefriedigung, Vorspiel). Bei vollständiger Beschneidung gibt es außerdem keinerlei operative Korrekturmöglichkeiten mehr!


Bei Vorhautverklebung:

Bei kleinen Jungen ist die Vorhaut fast immer mit der Eichel verklebt. Das ist normal und löst sich meist von selbst. Erst, wenn sich die Verklebung bis zur Pubertät nicht gelöst hat, sollte etwas getan werden, damit der Junge unbeschwert Sex haben oder sich selbst befriedigen kann.

Viel baden und evtl. eine sanfte Salbenbehandlung, z. B. mit handelsüblicher Vitamin-E-Lotion, können den Prozess der Vorhautablösung nebenwirkungsfrei unterstützen.

Eine Verklebung kann mit einer kleinen Sonde, die zwischen Vorhaut und Eichel geführt wird, gelöst werden. Damit das nicht weh tut wird der Penis vorher mit einem Gel oder Spray unempfindlich gemacht. Es dauert nur einige Minuten und kann ein bisschen unangenehm sein. Es gibt auch Salben, die den natürlichen Ablösungsprozess beschleunigen. Es wird nichts abgeschnitten.


Zu kurzes Vorhautbändchen (Frenulum breve)

Das Bändchen an der Unterseite der Eichel dient dazu, die Vorhaut immer wieder nach vorn über die Eichel zu ziehen. Ist das Bändchen zu kurz, kann es spannen und wehtun, wenn der Penis steif wird. Man kann es operativ verlängern lassen. Auch bei dieser OP wird nichts entfernt. Eine Beschneidung ist nicht nötig.

Freigegeben in Infos für Jungs
Montag, 08 Dezember 2014 00:00

Hilft Dexpanthenol bei Phimose?

Dexpanthenol (Panthenol) ist ein äußerlich (topisch) angewendeter Wirkstoff, der eine wesentliche Rolle im Stoffwechsel der Haut spielt. Dexpanthenol erhöht das Feuchthaltevermögen der Haut, hat somit pflegende Eigenschaften und verbessert die Elastizität der Haut. Es unterstützt die Neubildung der Hautzellen und trägt so zur Regeneration bei. Darüber hinaus hat Dexpanthenol auch Juckreiz lindernde und entzündungshemmende Eigenschaften.

Dexpanthenolsalben sind verschreibungsfrei und werden von manchen Ärzten zur Behandlung bei Phimose (Vorhautverengung) empfohlen. Dabei wird die Salbe äußerlich auf die Vorhaut aufgetragen und die Vorhaut danach durch Dehnübungen geweitet.

Freigegeben in Die Vorhaut von A bis Z

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