Sonntag 30 April 2017
Samstag, 17 Januar 2015 00:00

Grausame Rituale

„Fast überall auf der Welt werden Jungen und Männer beschnitten. So schlimm kann das dann ja wohl nicht sein!“

Solche und ähnliche „Argumente“ hört man oft, wenn es um dieses peinliche Tabuthema geht. Was dabei regelmäßig übersehen wird:

Beschneidung ist längst nicht gleich Beschneidung und für einen medizinisch unnötigen Eingriff in die körperliche Unversehrtheit Minderjähriger gibt es keine Rechtfertigung, nicht einmal durch das Einverständnis der Eltern, egal wie „groß“ oder „klein“ jemand diesen „Schnitt“ persönlich bewerten mag.

Worauf beruft man sich, wenn man vorgibt, die Beschneidung von Jungen sei in vielen Teilen der Welt eine eher harmlose Tradition?

Bei den Dowayos in Kamerun ist die Beschneidung ein Fest, bei dem die Jungen zunächst nackt ausgezogen und auf dem Weg zum Beschneidungsplatz von verkleideten Männern angesprungen und massiv verängstigt werden. Bei der Beschneidung selbst wird fast der gesamte Penis gehäutet und regelrecht abgeschält, was dazu führt, das sich das verstümmelte Glied im Verlauf des weiteren Wachstums völlig deformiert.

Noch weiter gehen einige Aborigines-Stämme in Australien. Sie schlitzen Jungen und Männern nach der kompletten Entfernung der Vorhaut die gesamte Harnröhre entlang der Unterseite des Penis von der Eichel bis zum Hodensack auf, so dass Urin und Sperma zwischen den Beinen austreten und eine Fortpflanzung mittels normalen Geschlechtsverkehrs nicht mehr möglich ist.

Der Stamm der Luo in Kenia ist einer der wenigen, bei dem Jungen ihre Vorhaut behalten dürfen. Ihnen wird „nur“ das Vorhautbändchen an der Unterseite der Eichel durchtrennt.

Die derzeitige Kampagne der WHO, wonach Beschneidung zumindest einen gewissen Schutz gegen HIV biete, hat dort eine von der Welt weitgehend ignorierte, mit unglaublicher Brutalität geführte Jagd auf unbeschnittene Jungen und Männer ausgelöst. Auch hier schaut die Menschheit weg und das, obwohl die Luo ein durchaus prominentes Stammesmitglied haben: Den Vater des derzeitige US-Präsidenten Barack Obama!

Freigegeben in Der Schnitt

"Das [die Beschneidung von Jungen] ist Tradition, jeder macht es."

(Yasar Bilgin, Vorsitzender der Türkisch-Deutschen Gesundheitsstiftung)

"Die Beschneidung neugeborener Jungen sei fester Bestandteil der jüdischen Religion, werde seit Jahrtausenden praktiziert und in jedem Land der Welt respektiert.“

(Dieter Graumann, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland)

Kommentar:

Unrecht wird nicht zu Recht, nur weil es massenweise und lange genug immer wieder begangen wurde und wird.

Sklavenhaltung beispielsweise war über Jahrtausende ein normaler Bestandteil menschlicher Gesellschaften. Dennoch war die Menschheit irgendwann reif genug, zu erkennen, dass es Unrecht ist, Menschen in Unfreiheit zu halten, und die Sklaverei wurde abgeschafft.

Nun scheint die Menschheit allmählich reif genug zu werden, um zu erkennen, dass es auch Unrecht ist, Menschen, Kindern, ohne medizinische Notwendigkeit und ohne deren selbstbestimmte, ausdrückliche Zustimmung Körperteile abzutrennen. Dass ein Umdenken hier nicht von heute auf morgen und nicht ohne Reibungen geschehen kann, ist klar, aber dieser Schritt ist für die humanistische Weiterentwicklung der Menschheit letztendlich unvermeidbar.

Freigegeben in Rituelle Beschneidung

Kinderärzte in Bremen sehen sich einem enormen Erwartungsdruck einiger Eltern ausgesetzt, die eine Beschneidung ihrer Söhne auf Kosten der Solidargemeinschaft fordern.

Dass rituelle Beschneidungen keine Leistung der gesetzlichen Sozialversicherung, also der Solidargemeinschaft, ist, dürfte eigentlich klar sein. Dennoch berichten Ärzte davon, dass Eltern vermehrt von Ärzten fordern, eine kulturell motivierte Beschneidung auf Kassenkosten vorzunehmen bzw. eine Überweisung zu einem Operateur auszustellen

Die kassenärztliche Vereinigung Bremen will dieser Unsitte entgegenwirken und stellt Ärzten mehrsprachige Flyer, mit denen Eltern auf die Strafbarkeit hingewiesen werden sollen, zur Verfügung.

Der stellvertretende Vorsitzende der KVHB hofft, "dass der enorme Erwartungsdruck, dem die Ärzte ausgesetzt sind, dadurch gemindert wird und Eltern mehr Verständnis für eine ablehnende Entscheidung aufbringen". Gleichzeitig haben sich Ärzteverbände in der Hansestadt eine gemweinsame „Bremer Richtlinie“ zur konsequenten Absage von Wunsch-Zirkumzisionen verständigt.

In der Richtlinie wird klargestellt, wann überhaupt eine Zirkumzision bei Jungen medizinisch gerechtfertigt ist, nämlich bei Vorliegen einer manifesten Phimose, wobei in der Regel der Operation ein Behandlungsversuch mit Steroid- oder Östrogencreme vorangegangen sein soll. Zirkumzisionen in den ersten drei Lebensjahren sind nach der geminsamen Richtlinie nur in Ausnahmefällen indiziert.

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Nach Auffassung der Kassenärztlichen Vereinigung in Bremen sind Ärzte gehalten, den Elternwunsch nach einer Beschneidung abzulehnen.

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Der Kinderkanal KIKA, der von ARD und ZDF gemeinsam betrieben wird, ist bereits in der Vergangenheit aufgefallen, weil er Kindern unreflektiert religiöse Geschichten erzählt. Jetzt aber kam es zu einem deutlich geschmackloseren Missgriff: Der Sender, zu dessen Zielgruppe nur Kinder und Jugendliche zählen, verharmlost in einer Folge der Reihe Meine Welt brutale Beschneidungsrituale.

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