Samstag 24 Juni 2017
Freitag, 26 Dezember 2014 00:00

Schmerzhaft. Und schmerzhaft anzusehen

Hatten Sie nach der Operation Schmerzen, Andreas?

Andreas: Die ersten Minuten nach dem Aufwachen sind unangenehm. Man fühlt sich taub und dann kommt das Brennen und ich erinnere mich daran, dass ich ganz dringend auf die Toilette musste, aber nicht durfte. Nach einer gefühlten Ewigkeit hat dann eine Krankenschwester den Verband recht unsanft (und schmerzhaft) entfernt und ich durfte endlich. Wobei das auch nicht angenehm war, weil es wiederum sehr weh tat und auch blutete. Die Wunde selbst tut einige Tage weh. Auch das Ziehen der Fäden (meist dann ohne Narkose) schmerzt.

Um das, worüber wir reden, besser verstehen zu können, verweisen wir auf ein Internetvideo, das eine Beschneidung zeigt. Es ist unter http://vimeo.com/22940047 zu sehen - und zu hören. Es ist aber nichts für zart besaitete Gemüter. Sven, können Sie etwas zu der Beschneidung im Video sagen?

Sven: Es zeigt eine "routinemäßige" Beschneidung eines Säuglings aus den USA, vermutlich nicht aus religiösen Gründen. Das Baby ist auf einer Plastikschale festgeschnallt und kann dadurch weder Arme noch Beine bewegen. Eine ausreichende Betäubung findet - offensichtlich - nicht statt. Bei ca. 40 Sekunden ist zu sehen, wie die Vorhaut von der Eichel getrennt wird. Dies ist für sich genommen häufig schon recht schmerzhaft. Bei 1:50 wird dann die Vorhaut auf der Oberseite eingeschnitten, was ebenfalls sehr schmerzhaft ist. Im weiteren Verlauf wird die Vorhaut mit Hilfe einer GOMCO-Beschneidungsklemme entfernt und die verbleibenden Hautreste werden aufeinander gepresst. Das Originalvideo dauert gut 13 Minuten und soll dabei auch die Schmerzausschaltung zeigen. Es würde allerdings allein 10 Minuten dauern, bis das Mittel seine Wirkung entfaltet. Das angebliche Schmerzmittel dürfte in Wirklichkeit nur ein Schutz vor Infektionen sein, wie er üblicherweise vor Operationen auf die Haut aufgebracht wird. Das Baby ist also während des kompletten Eingriffes bei vollem Bewusstsein. Es handelt sich jedenfalls um den "ganz normalen Fall" einer US-amerikanischen Säuglingsbeschneidung.

Für mich ist das ein sehr verstörendes Videodokument. Aber ich denke, viele wissen gar nicht, dass eine Beschneidung so abläuft.

Montag, 22 Dezember 2014 00:00

Sexualität in schwarz-weiß

Beschneidung ist so, als ob man versucht, mit einem Hammer Feinmechanik zu betreiben!

Beschneidung tut weh, auch nach der Operation – und nicht nur „da unten“.

Beschneidung zerstört einen Teil der Geschlechtsorgane.

Beschneidung tötet die intimsten Gefühle, betäubt alles, was Sexualität intensiv und aufregend macht und ruiniert das Selbstwertgefühl!

Beschneidung ist etwas Unvergessliches – je weniger man danach spürt, desto mehr drängt sie sich ins Bewusstsein.

Sex nach radikaler Beschneidung ist wie Schwarz-Weiß-Fernsehen. Es funktioniert, aber es ist farblos und manchmal nur noch grau.

Sex nach Beschneidung ist Sex auf „Sparflamme“ – ein Fremder hat festgelegt, dass dies für den Rest Deines Lebens auszureichen hat.

Jahrelang war ich der Meinung, die Scheide meiner Partnerin sei nicht eng genug. Die Reibung der Eichel in der Vagina führt(e) einfach nicht zu einer befriedigenden Erregung. Ein Irrtum – ich hatte das gleiche Problem schon von Anfang an, auch bei meiner ersten Freundin, einem jungen Mädchen, dessen Scheide wirklich eng war.

Freigegeben in Gefangen in Schweigen
Sonntag, 21 Dezember 2014 00:00

Leiden, Verstecken – und ein Ende?

Je älter ich wurde, desto größer wurde die Wut über das, was mir passiert ist. Ich machte  mich auf die Suche nach den Gründen und nach der Wahrheit. Die Wahrheit ist, dass ich nie eine Phimose hatte, sondern eine Verklebung der Vorhaut. Dies steht schwarz auf weiß im Operationsbericht, der mir vorliegt. Damit ist meiner Meinung nach eindeutig eine falsche Behandlung aufgrund einer Fehldiagnose durchgeführt worden.

Die Einverständniserklärung zur Beschneidung, die meine Eltern unterschrieben haben, enthält mit keiner Silbe auch nur den Hauch einer Angabe über die Operation selbst. Es steht lediglich darin geschrieben, dass eine Vorhautverengung beseitigt werden soll. Nicht nur, dass diese Vorhautverengung eine Fehldiagnose gewesen ist, es ist absolut nicht angegeben, wie diese OP abläuft und was genau gemacht werden sollte.

Meine Eltern haben mir dann noch erzählt – und ich glaube dem voll und ganz – dass der Arzt damals behauptet hat, ich könne auf Grund der Phimose (die gar keine war) impotent und unfruchtbar werden! Diese Angaben des Arztes sind an Inkompetenz und Unverantwortlichkeit nicht zu überbieten!

Ich wollte nicht mehr mit der Verstümmelung und mit den Schmerzen leben. Daher habe ich bereits im Alter von 15 Jahren nach Möglichkeiten gesucht, das Problem zu beseitigen und mich auf die Suche nach jemandem begeben, der etwas von diesem Problem verstand. Durch Zufall habe ich einige Jahre später im Fernsehen erfahren, dass es in Amerika etliche Männer gibt, die ihre Vorhaut rekonstruieren lassen. Leider war an einen Kontakt oder nähere Informationen zu diesem Zeitpunkt nicht zu denken, aber es war ein positiver Anfang.

Ein erster tatsächlicher Ansatzpunkt war ein ortsansässiger Urologe, den ich im Alter von 19 Jahren fand. Dort erlebte ich eine wahre Überraschung:

Dieser Urologe erzählte mir, dass er vor vielen Jahren schon einmal einen Patienten mit diesen Beschwerden gehabt hätte. Diesem Patienten konnte geholfen werden, jedoch konnte sich der Arzt wegen der langen Zeit nicht mehr genau daran erinnern. Auf jeden Fall war es mir dank dieses Urologen wieder möglich, Sport zu treiben: Ich bekam eine anästhetische Salbe verschrieben, durch die vorübergehend alle Empfindungen an meiner Eichel abgestellt werden konnten. Eine adäquate Methode, die schmerzhaften Erektionen zu beseitigen, existierte leider nicht. Theoretisch gab es zwar die Möglichkeit einer medikamentösen Behandlung, um die Erektionen zu unterbinden, doch hätte diese mit Sicherheit zur Unfruchtbarkeit geführt und kam daher nicht in Betracht.

Ich konnte dann zwar zum Glück wieder Sport treiben, das andere Problem würde aber weiterhin existieren.

Die Suche nach endgültiger Beseitigung der Schmerzen hatte weitere zwei Jahre später ein  Ende. Ich fand endlich einen Urologie-Professor (welcher der einzige Mensch ist, dem ich die Verstümmelung freiwillig gezeigt habe und der somit die oben erwähnte einzige Ausnahme darstellt), der sich genau mit diesem Problem beschäftigt hatte. Er gab mir den Rat, die Vorhaut durch Dehnen zu rekonstruieren und hat mir eine entsprechende Anleitung und Salben mitgegeben. Vielleicht war ich etwas ungeduldig, aber ich habe mich einige Monate später zu einer operativen Rekonstruktion entschlossen.

Von da an ging alles ziemlich schnell. Die Voruntersuchung war bald darauf erledigt und ein OP-Termin stand fest. Diese Operation dauerte ungefähr dreimal so lange wie die Beschneidung und hatte zum Ziel, Haut des Hodensacks auf die Basis des Penis-Schafts zu transplantieren. Die nun längere Schafthaut schiebt sich dadurch automatisch nach oben und bedeckt wieder die Eichel. Die  Wirkungsweise entspricht im Prinzip genau der Original-Vorhaut. Ich empfinde es als unglaubliche Wohltat, endlich wieder ohne Schmerzen laufen zu können (selbst meine Eltern haben nach der Rekonstruktion festgestellt, dass ich [Zitat:] „Nicht mehr so seltsam breitbeinig laufe.“ Ihnen ist tatsächlich aufgefallen, dass ich eine Art Schonhaltung eingenommen hatte), um keine entsprechenden Medikamente mehr nehmen zu müssen, um Sport zu treiben. Auch waren – nach Abheilung der Wunden – die Erektionen überhaupt nicht mehr schmerzhaft; es spannte nichts mehr und meine Hoden wurden nicht mehr an den Beckenboden gedrückt.

Die operative Rekonstruktion ist eine alles andere als eine leichte Sache. In meinem Fall war sie mit bisher insgesamt drei Operationen und einem mehrwöchiger Krankenhausaufenthalt verbunden. Bei den meisten Leuten ist der Krankenhausaufenthalt deutlich kürzer und manchmal sind auch weniger Operationen notwendig, um einen entsprechenden Erfolg zu erzielen.

Wäre es notwendig würde ich eine solche Operation, ohne zu zögern, erneut machen lassen. Das kosmetische Ergebnis ist so gut wie es nur machbar ist und für Außenstehende ist nicht mehr ersichtlich, dass ich jemals beschnitten war. Einzig ich kann sehen, was daran gemacht worden ist. Aber auch das wird bald ein Ende haben, da ich  auch diese Kleinigkeiten quasi verschwinden lassen werde.

Ich weiß, dass all diese Anstrengungen mir nicht das Original zurückgeben können. Trotzdem habe ich die Hoffnung, dass es durch die Gentechnik eines Tages möglich sein wird, eine exakte Kopie der Originalvorhaut zu klonen. Aber bis es so weit ist, werde ich versuchen, ein Ergebnis zu bekommen, das auch ich als perfekt bezeichnen kann.

Sonntag, 21 Dezember 2014 00:00

Ein weiterer Schock – für den Arzt!

Etwa drei Monate später musste ich erneut in dieses Krankenhaus, diesmal allerdings lediglich zur Nachuntersuchung. Diese führte derselbe Arzt durch, der auch die Beschneidung gemacht hatte. Es ging relativ schnell bei ihm: Er sah sich das Ganze an, zog den Vorhautrest (den man nicht einmal mehr als Vorhaut bezeichnen konnte) über die Eichel und meinte dann:

„Alles sehr gut. Es funktioniert bestens und das kosmetische Resultat ist hervorragend.“

„Was ist hervorragend? Dieser Fleischfetzen?!“

Der Arzt starrte mich buchstäblich mit offenem Mund an. Vielleicht kamen ihm Zweifel an dem, was er getan hatte. Ich kann es nicht sagen, aber ich hoffe es. Ändern konnte er es auch nicht mehr, dass er mich verstümmelt hatte.

Es entwickelte sich dann noch  ein kurzes Gespräch, weil ich gesagt hab, dass mir jede noch so kleine Berührung Schmerzen verursacht, was er aber mehr oder weniger abtat und meinte, dass sich das geben würde. Das war die zweite Lüge.

In diesem Moment war auch das letzte Bisschen Vertrauen, das ich noch in die ärztliche Zunft hatte, endgültig den sprichwörtlichen Bach hinunter gegangen.

Vorhautprobleme müssen nur dann behandelt werden, wenn Dir etwas weh tut, die Vorhaut häufig entzündet ist, wenn Du Probleme bei Wasserlassen hast oder wenn Dich Dein Vorhautproblem bei Sex oder Selbstbefriedigung stört.

Eine Phimose oder eine Vorhautverklebung, bei der nichts weh tut, nichts entzündet ist und die auch sonst nicht stört, muss nicht behandelt werden. Das ist bis zur Pubertät ganz normal.

Entzündungen der Vorhaut und/oder der Eichel können meist durch Antibiotika, Salben oder Bäder behandelt werden (siehe dazu „Klartext!“ im Downloadbereich).

Eine Paraphimose ist ein urologischer Notfall und muss sofort ärztlich behandelt werden! Die enge Vorhaut ist hinter der Eichel eingeklemmt und schnürt deren Blutversorgung ab!

Freigegeben in Infos für Jungs
Montag, 08 Dezember 2014 00:00

Die Vorhaut in Kindheit und Jugend

Bei den allermeisten Jungen ist die Vorhaut bei der Geburt noch nicht zurückziehbar. Die innere Vorhaut ist mit der Eichel noch fest verbunden (etwa so, wie Fingernägel mit dem Nagelbett). Außerdem ist die Vorhautöffnung bzw. der „Vorhautrüssel“ noch zu eng bzw. zu wenig dehnbar, um über die Eichel zu passen (Phimose oder „Vorhautverengung“).

Man spricht hier von einer natürlichen oder physiologischen Phimose. Dies ist kein „Fehler“ der Natur, sondern ein gewollter und sinnvoller Zustand im Rahmen der gesunden Entwicklung der männlichen Geschlechtsorgane.

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