Chirurgen wissen oft nicht, ob sinnvoll ist, was sie täglich tun

Ob es besser ist, den Schnitt längs oder quer zu führen, untersuchen sie erst jetzt. „Nur 20 Prozent unserer Methoden sind in Studien gut belegt“, sagt selbstkritisch Professor Dr. med. Markus Büchler, Geschäftsführender Direktor der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg in der Apotheken Umschau. Dieses Dilemma setzt sich bei der „Schlüsselloch-Chirurgie“ unvermindert fort. Nur durch kleinste Schnitte, per Videosicht und mit ferngesteuerten Instrumenten entfernen Operateure Blinddärme, Gallenblasen oder Tumore, verschließen Brüche und hobeln beschädigte Gelenkknorpel glatt. Studien, die diese Techniken mit den traditionellen Methoden vergleichen, aber gibt es kaum. Die Folge: Selbst über den Nutzen häufiger Eingriffe wie Blinddarm- oder Leistenbruch-OP gehen die Meinungen zwischen den Experten weit auseinander. Doch die Zeichen stehen auf Wandel: Die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie und die Universität Heidelberg haben ein Studienzentrum eingerichtet, das Untersuchungen zu chirurgischen Arbeitstechniken koordiniert. Die ersten Ergebnisse werden demnächst veröffentlicht. Eines der Studienthemen: Die beste Wundnaht.

Das Gesundheitsmagazin Apotheken Umschau 8/2007 A liegt in den meisten Apotheken aus und wird ohne Zuzahlung zur Gesundheitsberatung an Kunden abgegeben.

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